Adan war ein fröhlicher Bub. Er liebte es zu spielen und zu lachen. Anfang 2025 verletzte er sich beim Spielen. Was zunächst wie eine gewöhnliche Verletzung aussah, entwickelte sich jedoch schnell zu einer ernsten Situation.

Seine Eltern suchten zunächst Hilfe bei einem traditionellen Heiler. In Haiti ist das für viele Familien ein vertrauter Weg. Da das offizielle Gesundheitssystem in Haiti oft unzugänglich oder überlastet ist, spielen traditionelle Heiler eine wichtige Rolle im Gemeinschaftsleben. Doch Adans Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Schließlich brachten sie ihn in ein öffentliches Krankenhaus. Dort warteten die Eltern vergeblich auf eine klare Diagnose. Adan wurde jedoch immer schwächer.

Erst als die Familie ins NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien kam, änderte sich die Situation. Dort konnten die Ärzt:innen die Ursache für seine Beschwerden feststellen. Paul hatte Krebs.

Wenn die richtige Diagnose zu spät kommt

Eine Krebserkrankung ist für jede Familie ein Schock. In Haiti kommt für viele Familien eine weitere Herausforderung hinzu: Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist schwierig.

Es mangelt an medizinischen Angeboten. Untersuchungen sind nicht überall verfügbar. Familien müssen oft weite Wege zurücklegen. Gerade Menschen, die in Armut leben, können notwendige Behandlungen häufig nicht selbst finanzieren. Bei einer schweren Erkrankung kann das über Leben und Tod entscheiden. Denn je länger eine Diagnose ausbleibt, desto wertvoller wird jeder weitere Tag. Für Adan war St. Damien deshalb mehr als nur ein Krankenhaus. Es war der Ort, an dem seine Familie endlich erfuhr, was mit ihrem Kind los war.

St. Damien behandelt jedes Jahr tausende Kinder und deren Familie

St. Damien bietet Kindern und Familien in Haiti medizinische Hilfe in vielen Bereichen. Dazu gehören Diagnose und Prävention ebenso wie Akut- und Notfallversorgung. Auch chronische Erkrankungen werden behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kinderonkologie. St. Damien verfügt über das einzige pädiatrische Onkologiezentrum des Landes. Krebskranke Kinder erhalten dort eine spezialisierte medizinische Betreuung.

Wie groß der Bedarf ist, zeigen die Zahlen aus dem Jahr 2025:

46.506 Behandlungen wurden im Krankenhaus durchgeführt. In der Onkologie wurden 631 krebskranke Kinder betreut. Dazu kamen 2.321 stationäre Aufnahmen im Bereich Pädiatrie. Auch schwangere Frauen erhalten Unterstützung: 2025 wurden 1.185 Frauen in St. Damien begleitet.

Hinter diesen Zahlen stehen Menschen mit ihren Gefühlen, Sorgen und individuellen Geschichten. Kinder, die untersucht werden. Eltern, die auf bangend eine Diagnose warten. Familien, die nicht wissen, wie es weitergeht. Und Menschen, die im Krankenhaus die dringend benötigte medizinische Hilfe finden.

Hilfe beginnt mit einer guten Diagnose

St. Damien greift nicht erst dann ein, wenn ein Kind bereits schwer krank ist. Das Krankenhaus verbindet medizinische Behandlung mit Prävention und Ausbildung. Radiologie, digitale Röntgenbilder und ein eigenes Labor sind wichtige Voraussetzungen für die Diagnose. Durch Impfkampagnen, Aufklärung und Vorsorge sollen Krankheiten möglichst früh erkannt oder verhindert werden. Auch die Ausbildung spielt eine wichtige Rolle. Ein eigenes Ausbildungsprogramm für Kinderärzt:innen trägt dazu bei, medizinisches Wissen weiterzugeben und die Versorgung von Kindern langfristig zu stärken.

Diese Verbindung ist wichtig. Eine gute medizinische Versorgung bedeutet nämlich nicht nur, ein krankes Kind zu behandeln. Sie bedeutet auch, Krankheiten früh zu erkennen, Wissen aufzubauen und Familien möglichst umfassend zu begleiten.

Für Adan hat sich alles verändert

Nach seiner Diagnose konnte Adan im St.-Damien-Kinderkrankenhaus behandelt werden. Heute lebt und lacht er wieder.

Mich berührt an seiner Geschichte besonders, wie unscheinbar alles begonnen hat. Ein Kind verletzt sich beim Spielen. Seine Familie sucht Hilfe. Niemand ahnt zunächst, wie ernst die Situation ist. Dann kommt die Diagnose, die das Leben dieser Familie für immer verändert. Dass Adan heute wieder lachen kann, ist ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, dass Kinder Zugang zu medizinischer Hilfe haben. Nicht irgendwann. Sondern dann, wenn sie diese benötigen.

St. Damien schafft diesen Zugang für Kinder und Familien in Haiti. Denn jedes Kind braucht eine Familie. Und jedes Kind braucht die Chance, gesund aufzuwachsen.

Hier erfahren Sie mehr über die medizinische Arbeit von NPH St. Damien und die Möglichkeiten, Kindern in Haiti zu helfen.

13 Jahre nach dem Erdbeben in Haiti

Als am 12. Januar 2010 die Erde in Haiti bebte, stürzten historische Gebäude, Kliniken, Schulen und Hütten wie Kartenhäuser zusammen. Über 230.000 Menschen verloren damals ihr Leben, viele wurden verletzt und schätzungsweise 1,85 Millionen obdachlos.

Haiti, der ärmste Staat der westlichen Hemisphäre, erlebte einen Albtraum. Jede/r Dritte war von dieser Katastrophe betroffen. Das Beben erschütterte die Hauptstadtregion.

Zahlreiche Hilfsorganisationen waren schnell vor Ort. Sie brachten Hilfsgüter, Nahrungsmittel sowie medizinische Teams zur Erstversorgung ins Land. So auch NPH.

Unser Geschäftsführer, Wolfgang Martinek, erinnert sich an das Erdbeben:

„Mein Arbeitsstart als Geschäftsführer für NPH Österreich fiel genau mit dem Erdbeben in Haiti zusammen – mein Team war im Ausnahmezustand. Wir schickten in Windeseile zigtausende Briefe und E-Mails aus, telefonierten mit Kooperationspartnern, gaben Interviews, organisierten Spendenveranstaltungen. Die Hilfsbereitschaft der Österreicher*innen war riesengroß. Wir wollten und wir konnten schnell helfen.“

Denn auch bei NPH Haiti herrschte der Ausnahmezustand: Unser Kinderkrankenhaus St. Damien hatte die Katastrophe gut überstanden, nur die Umfassungsmauern waren eingestürzt. So konnten wir sofort die Verletzten behandeln. Schon nach wenigen Stunden war das Spital überfüllt, viele Patienten mussten wir auf Liegen und Bahren im Garten versorgen. Stöhnen und Wimmern lag in der Luft, die Ärztinnen und Ärzte operierten, amputierten und nähten 24 Stunden täglich. 10.000 Patienten in nur drei Wochen, unvorstellbar für ein kleines Spital mit kaum 200 Betten. Am Ende des Jahres 2010 hatten wir schon 50.000 Menschen verarztet.

„Im Sommer 2010 flog ich selber nach Haiti, die Bilder werde ich nie vergessen. Schon beim Landeanflug sah ich die vielen tausend Zelte auf den Hügeln rund um Port-au-Prince, Notunterkünfte für über 1,3 Millionen Menschen.“

Noch heute kämpfen die Familien in dem von Naturkatastrophen, Krankheiten und Armut gebeutelten Inselstaat täglich ums Überleben. „Manchmal frage ich mich, warum ein einzelnes kleines Land wie Haiti immer wieder von Katastrophen heimgesucht wird – und dann bin ich froh, in einem anderen kleinen Land, in Österreich zu leben, das sicher und wohlhabend ist, und in dem hilfsbereite Menschen aufstehen, um den Menschen in Haiti beizustehen.“

Wir von NPH Österreich sind seit 38 Jahren an der Seite der haitianischen Familien, versorgen Kranke und Verletzte, geben Kindern ein sicheres Zuhause und Jugendlichen eine gute Ausbildung. Und es gibt noch viel zu tun!

Bitte helfen auch Sie uns heute mit Ihrer Spende,
unterstützen Sie unsere „LifeSavers“ in Haiti.

In unserem Kinderkrankenhaus St. Damien in Haiti wartet die kleine Sara auf ihre Herz-Operation. Während das Land in Unruhen versinkt, bereiten sich die Spezialisten aus Haiti und Amerika darauf vor, die lebensrettende Herzoperation durchzuführen.

Sara und ihre Mutter werden liebevoll betreut

Die Zeit drängt

Die kleine Sara ist erst wenige Monate alt, als ein Arzt ein Loch in ihrem Herz diagnostiziert. Medikamente können Sara nicht dauerhaft helfen, nur eine Operation kann das Leben des kleinen Mädchens retten.

Doch Saras Mutter weiß nicht, wer ihr helfen kann und wie sie das Geld für die Operation aufbringen soll. Schon ein simpler Arztbesuch kostet in Haiti einen ganzen Monatslohn, wie teuer muss dann erst so ein komplizierter Eingriff sein? Saras Mutter ist verzweifelt. Dann erzählt ihr eine Bekannte vom NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien, in dem kranke Kinder kostenlos behandelt werden. Aber eine kostenlose Herz-Operation?

Herz-OP rettet Saras Leben

Saras Mutter ist skeptisch: Würde man ihrem Kind tatsächlich helfen? Zu oft wurde sie enttäuscht, immer wieder weggeschickt. Doch die Ärztinnen und Ärzte unseres Kinderkrankenhauses nehmen sich der kleinen Sara an. Nach einer gründlichen Untersuchung wird rasch ein OP-Termin vereinbart. Unsere Herzchirurgin operiert – gemeinsam mit Kolleg*innen aus den USA – Sara in einer aufwändigen, stundenlangen Operation. Der Eingriff ist erfolgreich, Sara wird leben.

Sara wurde erfolgreich operiert

Das neue Leben kann beginnen

Die Chirurgin, Dr. Noisette, Leiterin der pädiatrischen Kardiologie, beobachtet in den Wochen danach genau, wie sich Sara nach dem schweren Eingriff erholt. Sie macht große Fortschritte bei ihrer Genesung. Saras Mutter ist überglücklich: „Ich bin NPH so unglaublich dankbar, dass sie das Leben meines Kindes gerettet haben.“

Die Not in Haiti, dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre, ist groß. Arme Familien können nicht einfach zu einem Arzt gehen, wenn ihre Kinder krank sind. Es gibt keine gesundheitliche Grundversorgung. Werden die Kinder krank, ist unser Kinderkrankenhaus oft die letzte Chance für sie. Wir behandeln Kinder kostenlos und professionell und retten jeden Tag Kinderleben.

Unser Herzenswunsch: Gesunde Kinder
Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende schwerkranke Kinder