Wie sein Leben bei NPH besser wurde

Für Jacobo* aus Peru war Glück lange Zeit nicht greifbar: Jacobo lebte allein in einem kleinen Zimmer, während seine Mutter zur Arbeit ging. Es gab niemanden, der sich um den kleinen Buben kümmerte, er war auf sich alleine gestellt, hatte nie genug zu essen.

Aufgrund dieser Vernachlässigung durch die Familie kamen Jacobo und seine Schwester Elieth* am 4. März 2005 in unser Kinderdorf in Peru. Er war damals drei Jahre alt, seine Schwester sechs.

Jacobo (links) kam mit drei Jahren als eines der ersten Kinder in unser Kinderdorf in Peru.

Jacobo und seine Schwester Elieth waren einer der ersten Kinder, die in unserem Kinderdorf in Peru ein Zuhause fanden. Ihr Leben wendete sich zum Besseren, die Kinder bekamen ihr Stück vom Glück: Sie wurden unterstützt und fanden eine liebende Familie.

Seine Vergangenheit ließ der Bub bald hinter sich.

Wissbegierig und schlau

Von Anfang an war Jacobo wissbegierig und erzielte stets gute schulische Leistungen. Er schloss die Grund- und Sekundarschule erfolgreich ab. Nach seinem Schulabschluss im Jahr 2019 begann Jacobo sein Dienstjahr in der Kinderdorf-Küche in Peru. Zu Beginn des Jahres 2021 wurde er dann Teil des Hochschulprogramms. Er studiert Gastronomie am Institut „Cenfotec“ in San Vicente de Cañete, welches er voraussichtlich im Juni 2024 abschließen wird.

Jacobo an seinem 16. Geburtstag

Jacobos Leidenschaft: kochen

Heute ist Jacobo Küchenleiter bei NPH Peru, wo er auch lebt. Sein Tag beginnt früh um 5 Uhr. Nach der Zubereitung des Frühstücks für die Kinder, Freiwilligen und Gäste organisiert er die Zutaten für das Tagesmenü. Das Mittagessen ist um 11 Uhr fertig; danach bereitet er das Abendessen zu und ist bis 15.00 Uhr fertig.

Mit seiner Leidenschaft fürs Kochen hinterlässt er einen guten Eindruck, da seine Gerichte köstlich UND kreativ sind. „Es gibt immer etwas Neues, das man hinzufügen oder verändern kann, ohne dabei den traditionellen Wert der Gerichte zu verlieren“, sagt er.

Seine große Kreativität bringt er auch in seinen  Schularbeiten und Zeichnungen zum Ausdruck:  Seine gemalten Bilder gewinnen oft Wettbewerbe.

Große Ziele

Jacobo ist ein junger Mann, der an sein Talent glaubt. Mit großem Selbstvertrauen strebt er nach seinen Zielen. Er plant, nach seinem Abschluss Praktika in internationalen Hotels oder Restaurants zu absolvieren, um Erfahrungen und Wissen zu sammeln.

„Ich würde gerne mit einem großen, bekannten Chefkoch zusammenarbeiten. Ich weiß, dass ich viel lernen würde, und nach und nach möchte ich durch harte Arbeit und Hingabe ein Koch werden, von dem sich die Leute inspirieren lassen können.”

Der Kontakt zu seiner Schwester Elieth blieb über die Jahre bestehen, sie verbringen oft Zeit miteinander. Auch mit einigen tíos und tías, seinen Betreuer*innen, pflegt Jacobo ein inniges Verhältnis.

Jacobo hat vieles im Kinderdorf gelernt.

Jacobo betont, wie wichtig für ihn die professionelle Anleitung, die er bei NPH erhält, ist: Zu lernen, wie man mit anderen kommuniziert und sich selbst zu verstehen – der Grundstein für ein selbstständiges Leben, welches er anstrebt.

Viel Glück Jacobo!

Die Kinder in unseren Projektländern in Lateinamerika können Glück gut gebrauchen: Besonders in Guatemala und Peru sind die Winter grimmig kalt. Kinder, wie die kleine Lidia, sind in ihren zerlumpten Kleidern und den kaputten Schuhen schutzlos den eisigen Temperaturen ausgeliefert. Eine warme Jacke wäre für sie das höchste Glück. Mit 25 Euro schenken Sie Kindern eine warme Jacke und ein Paar ordentliche Schuhe.

*Die Namen der Kinder werden zum Schutz ihrer Privatsphäre geändert.

Auf dem Weg zur Selbstbestimmung

Mutig, frei und selbstbewusst durchs Leben gehen. Das ist ein inspirierender Gedanke und gleichzeitig das Leitmotiv unserer Mädchengruppen „Chicas Poderosas“.

In Lateinamerika stehen Mädchen vor großen Herausforderungen. In einem von Männern dominierten Umfeld sind Frauen nach wie vor massiv benachteiligt. Die Initiative „Chicas Poderosas“ stellt sich mutig dieser Realität, um das Leben der Mädchen nachhaltig zu verbessern.

Die Förderung von Mädchen spielt in unserer NPH-Familie eine große Rolle.

In Gruppen lernen Mädchen, selbstbewusst aufzutreten, ihre Stimme zu erheben und mutig für ihre Rechte einzustehen. Dieses Programm strebt danach, nicht nur die Lebenswege der teilnehmenden Mädchen zu verändern, sondern auch langfristig die Zukunft ihres Landes zu gestalten.

Unsere Mädchen erzählen

Veronica

Veronicas* Erfahrung illustriert eindrucksvoll die positiven Effekte der Mädchengruppen. Sie stammt aus Mata de Plátano, einer nahegelegenen Gemeinde unseres Kinderdorfes in Honduras, und ist 14 Jahre alt. Seit neun Monaten nimmt sie an den Treffen der „Chicas Poderosas“ teil.

„Ich komme in die Mädchengruppe, um neue Dinge zu lernen und um mich mit anderen Mädchen auszutauschen. Ich lerne über Gefühle zu reden, über Sexualität und wie ich mein Selbstwertgefühl verbessern kann.“

Veronicas Streben nach Erfolg und einer besseren Zukunft ist unermüdlich: „Ich möchte alle meine meine Ziele erreichen und in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen.“

Sofia

Ein weiteres Vorbild ist Sofia*. Sie ist 13 Jahre alt und nimmt seit drei Jahren regelmäßig an den Treffen der „Chicas Poderosas teil“. Sie kommt aus der Gemeinde Mata de Plátano in Honduras.

“Ich nehme an den Gruppentreffen teil, um stark zu werden, um aus den Gesprächen zu lernen und um über zukünftige Entscheidungen nachzudenken.” Besonders gefallen Sofia die Workshops und die Vorträge, vor allem die über das Thema „Berufswahl“.

“Ich habe etwas über Gefühle, Kritik und Selbstwertgefühl gelernt, Dinge von denen ich zuvor nichts wusste. Ich habe auch gelernt, wie man frühe Schwangerschaften verhindert.”

In Zukunft möchte sie mit ihrem Wissen andere Mädchen stark machen und ihnen dabei helfen, ihre Gefühle auszudrücken.

Mit einem jährlichen Beitrag von 60 Euro unterstützen Sie Mädchen dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten und eine Zukunft frei von Gewalt und Zwängen zu gestalten.

Ja, ich möchte die „Chicas Poderosas“ unterstützen!

*Die Namen wurden zum Schutz der Kinder geändert.

Karen entdeckt ihr Potenzial

Das ist Karen, 21 Jahre. Auf diesem Foto steht sie in der Küche im Kinderdorf in Mexiko. Sie bereitet gerade 60 Kilo Tortillas für das Mittagessen zu. Lesen Sie hier ihre Geschichte.

„Ich bin so dankbar für die Hilfe, die ich von NPH erhalte.“

Eine neue Option

Karen ist 12 Jahre alt, als sie zu uns ins Kinderdorf in Mexiko kommt – und stellt sich das Kinderdorf als strenges Haus mit vielen Regeln vor. Doch schon bald bemerkt sie, dass sich ihr Leben verbessert. Bei NPH bekommt sie gutes Essen, medizinische Versorgung, Bildung und eine liebevolle Familie, die sie unterstützt.

Karen ist die Älteste

Aufgrund ihres Alters sollte Karen in die sechste Klasse kommen. Der Einstufungstest ergab allerdings eine Rückstufung in die dritte Klasse. Das machte Karen traurig und sie schämte sich dafür. Als Älteste in der Klasse bereitete ihr besonders Mathematik Schwierigkeiten. Doch schon bald packte sie der Ehrgeiz. Sie lernte extra viel, sah erste Erfolge – und schloss die Grundschule erfolgreich ab. Rückblickend betrachtet empfand sie diese Zeit als den ersten Schritt zu ihrer Selbstbestimmung.

Karen konnte im Kinderdorf vieles ausprobieren. Sie interessierte sich zunächst für den technischen Bereich und lernte auch schweißen.

Im dritten Semester meldete sie sich aus einer Laune heraus für einen Koch-Workshop an – und fand ihre Berufung in der Gastronomie. Vor allem die Zubereitung von Desserts und Kuchen machten ihr viel Spaß.

Ein starkes Mädchen

Karen schloss sich unserer Mädchengruppe „Chicas Poderosas“ an. Sie nahm an verschiedenen Workshops teil und fand einen Raum, in dem sie Fragen und Zweifel teilen konnte. So lernte sie sich selbst gut kennen. Karen reflektierte, was sie schon alles erreicht hatte und was sie noch erreichen möchte. Ihr Bestreben, die Oberstufe zu beenden und auf die Universität zu gehen, verstärkte sich. Ihre persönlichen Fortschritte fielen ihren Lehrer*innen positiv auf: Sie wurde ausgewählt, um die Abschlussrede ihrer Klasse zu halten.

Etwas zurückgeben

Bevor Karen ihr Studium für Tourismus an der Universität in Monterrey aufnehmen wird, hilft sie im Kinderdorf mit. Sie arbeitet in der Küche und bereitet gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen täglich über 1.000 Mahlzeiten zu.

Weil sich Karen auch technisch auskennt und eine Vorliebe für Werkzeuge und Maschinen hat, wurde sie für die Bedienung der Tortilla-Maschine ausgewählt.

Karen hat viel ausprobiert und sich weiterentwickelt.

Angst? Ich? Nein!

Karen hat keine Angst vor Veränderungen – sie meistert alle Herausforderungen mit Bravour. Was sie so stark gemacht hat? Die Möglichkeit, vieles auszuprobieren, sich auszutauschen und sich ihrer Stärken bewusst zu werden. „Ich bin so dankbar für die Hilfe, die ich von NPH erhalte. Nur so bin ich zu der starken Frau geworden, dich ich heute bin. Viele Dinge ausprobieren und nicht aufgeben – das ist mein Credo und es lohnt sich.“

Mit einer Jahrespatenschaft in der Höhe von 60 Euro legen Sie heute den Grundstein
für eine erfolgreiche Zukunft unserer Mädchen.

Yara geht wieder in die Schule

In der ärmsten Provinz Ecuadors, in Esmeraldas, lebt die 17-jährige Yara mit ihrer Familie. Die junge Frau steht kurz vor der Matura, doch bis vor wenigen Wochen war ungewiss, ob sie ihren Abschluss bekommen wird …

Yara fehlen nur mehr wenige Monate bis zu ihrem Maturaabschluss.

Die allermeisten Menschen in Esmeraldas, etwa drei Viertel, leben in Armut, 40 % sogar in extremer Armut. Die Folgen der Corona-Krise haben die ökonomische Lage vieler Familien noch verschärft. Viele haben ihre Jobs verloren, sie haben kaum Geld. Um das Schulgeld einzusparen, brechen Kinder und Jugendliche die Schule ab.

So erging es auch Yara, die eine sehr gute Schülerin ist und sehr gerne in die Schule geht: Ihre Familie konnte sich den Schulbesuch nicht mehr leisten. Das Mädchen musste zuhause bleiben. Yaras Vater bekommt zwar ein kleines Grundgehalt als Lehrer, aber die fehlenden Zusatzeinkünfte ihrer Mutter durch den Verkauf von Tee, machen der Familie schwer zu schaffen. Außerdem erkrankten drei der sieben Familienmitglieder schwer, sie brauchen viel Geld für deren medizinische Versorgung. Das wenige Geld, das sie zur Verfügung haben, reicht gerade so zum Überleben.

Doch Yara hatte noch Glück: In Esmeraldas unterstützen wir von NPH das Stipendienprogramm „Schule statt Straße“ unseres Projektpartners Jugend Eine Welt. Hier werden Mädchen und Buben, die sonst keine Chance auf eine Schulausbildung hätten, mit Stipendien gefördert. So auch Yara.

Mit der monatlichen finanzielle Zuwendung für Schulbücher, Hefte, Stifte, Schuluniform, für den Bus und für Mahlzeiten ist es dem Mädchen wieder möglich, regelmäßig die Schule zu besuchen. Die Familie ist überglücklich, dass der Schulbesuch von Yara durch das Stipendium gesichert ist und sie dort ihren Abschluss machen kann. Und Yara ist sehr ehrgeizig: Nach der Matura möchte sie die Universität besuchen.

Mit einem Monatsstipendium von 31 Euro wird aus einem Straßenkind – ein Schulkind.
Bitte helfen Sie uns dabei!

So wie Yara geht es vielen Kindern und Jugendlichen: Sie brachen die Schule ab, weil ihre Familien arm sind. Ohne Ausbildung haben sie jedoch keine Chance, der Armut zu entkommen, es wird ihnen die Zukunft genommen. Heuer sind rund 1.200 Mädchen und Buben (!) weniger in den Klassenzimmern anzutreffen als noch vor zwei Jahren. Hier lesen Sie mehr zu unserem Projekt in Ecuador.

Ein Ort voller Gefahren

La Victoria, Santiago de Chile. Hier befindet sich die älteste Armensiedlung Lateinamerikas, einer der gefährlichsten Orte, an denen Kinder aufwachsen können. Gewalt, Kriminalität, Drogen und Prostitution beherrschen den Alltag. Die Menschen hausen dichtgedrängt in einfachsten Hütten, Kinder sind meist sich selbst überlassen. Arbeit zu finden ist schwerer denn je, viele Menschen schuften am nahegelegenen Großgrünmarkt für einen Hungerlohn.

Augustin ist fünf Jahre alt und besucht seit Kurzem unsere Kindertagesstätte.

Hier in La Victoria wird Augustin geboren, etwas anderes als das Armenviertel kennt der Bub nicht. Hier lebt er mit seinen Eltern; vor allem an seiner Mama hängt der kleine Bub sehr. Doch kurz vor seinem fünften Geburtstag nimmt sich seine Mutter das Leben; sein Vater kommt ins Gefängnis. Für Augustin bricht eine Welt zusammen, er leidet sehr unter dem Verlust von Mutter und Vater.

Obwohl ihn seine Großmutter bei sich aufnimmt, wird der Bub immer stiller. Er spricht kaum, ist in sich gekehrt. Die tägliche Konfrontation mit Gewalt und Armut in La Victoria schüchtern Augustin zusätzlich ein. Er fühlt sich einsam und verlassen.

Ein sicherer Ort: Unsere Kindertagesstätte „La Victoria“

Doch seit Kurzem gibt es einen Ort in Augustins Leben, an dem er sich sicher fühlt: Unsere
Kindertagesstätte Nuestra Señora de la Victoria (dt. „Unsere liebe Frau des Sieges“), in der
mehr als 200 Kinder Zuflucht finden. Dort betreuen und versorgen wir Kinder wie Augustin,
sie spielen, lernen und essen bei uns, sie fühlen sich geborgen … und können einfach Kind sein.

Die Kinder von drei bis 14 Jahren werden von Montag bis Sonntag betreut.

Wir kümmern uns um die Kinder von La Victoria

Wir von NPH Österreich kümmern uns – gemeinsam mit der Kindernothilfe Österreich – um die Versorgung der gefährdeten Kinder mit ausgewogenen Mahlzeiten. Immer mehr Mädchen und Buben bekommen ein Frühstück, ein warmes Mittagessen und eine gesunde Jause. Bitte helfen Sie uns dabei, alle Kinder zu versorgen, der Bedarf steigt täglich.

Mit 25 Euro sorgen Sie ein Monat lang für eine warme Mahlzeit für drei Kinder.

Lernen Sie Roque kennen! In diesem Video sehen Sie, wie der kleine Roque im NPH-Kinderdorf aufgewachsen ist. Er erzählt uns auch, wofür er dankbar ist.

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Mehr Informationen

Louise beschreitet neue Wege

Louise war erst acht Jahre alt, als sie 2014, gemeinsam mit ihren fünf Geschwistern, in unser Kinderdorf in Honduras kam. Sie war sehr schüchtern und blieb gerne allein. Zuvor hatte das Mädchen bereits in drei verschiedenen Institutionen gelebt; bei NPH fand sie ein neues Zuhause.

Louise lebt in unserem Kinderdorf in Honduras

Bereits seit acht Jahren lebt Louise am Rancho, wie wir unser NPH-Kinderdorf in Honduras nennen. Heute ist Louise zu einer selbstbewussten jungen Frau herangewachsen.

Wie hat Louise ihre Chance genützt:

„Alle Kinder bei NPH Honduras gehen in die Schule. Neben der Schulbildung gibt es auch eine Lehrwerkstatt, die uns hilft, technische Fähigkeiten zu erlernen. Wir haben die Wahl zwischen Tischlerei, Elektriker*in, Schuhmacherei, Schneiderei, Kosmetik, Lebenskunde/Hauswirtschaft und Schweißen.

Ich konnte alles testen, um herauszufinden, was am besten zu mir passt. Dann habe ich mich für das technische Schweißen entschieden.“

Louise lernt für die Schule

Die Freude am Schweißen

„Ich habe mich schon immer für Bubensachen interessiert“, sagt Louise. „Mehr als für Mädchen-Spielzeug.“ Louise entdeckte in unserem NPH-Kinderdorf in Honduras ihre Leidenschaft für das Schweißen – und behauptet sich in einem männlich dominierten Umfeld.

„Ich habe dreimal pro Woche Unterricht. Während des Unterrichts lerne ich strategisches Messen, damit ich die benötigten Teile zuschneiden und durch verschiedene Schweißtechniken verbinden kann. Am meisten Spaß macht mir die letzte Phase des Prozesses, nämlich das Zusammenfügen der Teile und das Beobachten der Funken, die aus den Werkzeugen kommen. Das ist aufregend, aber ich bin immer vorsichtig.“

Louise am Schweißen

„Das Schweißen hat mir gezeigt, dass Mädchen die gleichen Möglichkeiten wie Buben haben. Das ist die Wahrheit!“ sagt sie. Denn: „Die Ausbildung findet für alle unter den gleichen Bedingungen statt. Und das macht mich stark!

Louise besucht auch regelmäßig die Workshops und Diskussionsrunden unseres Mädchenstärkungsprogramms Chicas Poderosas.

„Eines Tages würde ich gerne zu Hause schweißen und vielleicht meine eigene Werkstatt haben. Nur sehr wenige Mädchen machen diesen Kurs, aber ich wollte ihn unbedingt machen. Ich kann einen anderen Weg im Leben einschlagen und meine Fähigkeiten ausbauen. Ich danke NPH Honduras, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben. NPH ist eine Möglichkeit, im Leben weiterzukommen.“

Ich bin so dankbar für die Hilfe, die ich von NPH erhalte. Ohne die Hilfe, die ich von NPH erhalten habe, wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Ich lade auch alle Mädchen ein, an Workshops wie dem Schweißen teilzunehmen.

„Ich vermisse meine Mutter noch immer“

Odril war sechs Jahre alt, als seine Mutter 2010 beim Erdbeben starb. Der Junge lebte erst bei Verwandten und musste schließlich für sich selbst sorgen. Zum Glück fand er ein Zuhause im NPH-Kinderdorf.

Odril ist im NPH-Kinderdorf augewachsen

Heute, zwölf Jahre später, fällt es Odril immer noch schwer, über die Ereignisse beim großen Erdbeben im Januar 2010 zu sprechen. Seine Mutter war eines der Tausenden Erdbebenopfer, welches das Land in Trümmer legte und Familien für immer auseinanderriss. Odril erzählt: „Es war schwer, sich davon zu erholen. Jeder war mit der Trauer um eigene Verluste beschäftigt. Ich war noch so jung, und meine Mutter fehlt mir noch immer.“

Nach dem Tod der Mutter schickte Odrils Vater ihn zu den Großeltern aufs Land. Sein Onkel aber war dagegen und holte den Jungen zu sich in die Hauptstadt Port-au-Prince. Doch das Leben wurde dort nicht einfacher. „Mein Onkel hatte bereits eine Familie und musste sich auch um seine eigenen Kinder kümmern. Und ich war so traurig damals. Ich hatte meine Mutter verloren und wurde in der Familie hin- und hergereicht. Ich wusste nicht, was als nächstes kommt. Die Stadt war ein einziges Chaos, den Menschen ging es schlecht. Die Gebäude waren kaputt, die Straßen gesperrt. Wir konnten uns kaum mit dem Nötigsten versorgen. Ich fühlte mich so allein.“

Liebe und Unterstützung im Kinderdorf

Noch im Jahr des Bebens, als mittlerweile siebenjähriger Bub, verließ Odril den Haushalt seines Onkels und lebte von da an auf der Straße.

Während er eines Tages in einer der provisorischen Zeltstädte der Hauptstadt nach etwas zu essen suchte, sprach ihn ein Mitarbeiter von NPH an. Odril erzählte ihm seine Geschichte und wurde im neuen NPH Kinderdorf in Tabarre aufgenommen. Dort begann sein neues Leben gemeinsam mit rund 30 anderen Kindern. Über fünf Jahre sammelte er Kräfte, bis er wieder gesund wurde. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderdorfs schenkten ihm Liebe und Unterstützung, medizinische Betreuung und Bildung – und sie schenkten ihm die Möglichkeit, wieder ein Kind zu sein.

2015 zog Odril um ins Kinderdorf St. Hélène in den Bergen von Kenscoff, 40 Kilometer südöstlich von Port-au-Prince. Hier lebte er zusammen mit 25 anderen Kindern in einem der Häuser.

Odril wurde liebevoll betreut und begleitet

Besondere Unternehmungen für Waisen

Odril erinnert sich noch an seinen Vater. Besonders schön fand er es, wenn sein Vater ihn auf dem Weg in die Kirche auf die Schultern nahm. Am Familientag bekommt Odril nie Besuch von seiner Familie. Er denkt, dass sein Vater und seine Schwester nicht mehr am Leben sind.

NPH kümmert sich besonders um die Kinder ganz ohne Herkunftsfamilie und organisiert Ausflüge zum Beispiel an den Strand oder in die Hauptstadt Port-au-Prince.

Dankbarkeit für die Chance zur Entwicklung

„Ohne NPH hätte ich nicht den Frieden und die Bildung, die ich heute habe. Ich bin jetzt in der achten Klasse. Normalerweise müsste ich in meinem Alter die Schule schon abgeschlossen haben, aber meine Zeit auf der Straße hat alles etwas verzögert. Aber das macht nichts. Ich bin dankbar dafür, wer ich bin und was ich habe. Und ich danke NPH dafür“, sagt Odril und ergänzt: „Bei NPH können alle Kinder zur Schule gehen und sogar zur Universität. Das möchte ich auch schaffen. Ich hatte einen harten Start ins Leben – aber jetzt bin ich hier!“

Wir von NPH Österreich sind seit 35 Jahren an der Seite der haitianischen Familien, versorgen Kranke und Verletzte, geben Kindern ein sicheres Zuhause und Jugendlichen eine gute Ausbildung. Und es gibt noch viel zu tun!

Bitte helfen auch Sie uns heute mit Ihrer Spende,
unterstützen Sie unsere „LifeSavers“ in Haiti.

Ein Ort voller Gefahren

La Victoria, Santiago de Chile. Hier befindet sich die älteste Armensiedlung Lateinamerikas, einer der gefährlichsten Orte, an denen Kinder aufwachsen können. Gewalt, Kriminalität, Drogen und Prostitution beherrschen den Alltag, bitterarme Menschen hausen dichtgedrängt in einfachsten Hütten, Kinder sind meist sich selbst überlassen. Arbeit zu finden ist schwerer denn je, viele Menschen schuften am nahegelegenen Großgrünmarkt für einen Hungerlohn.

Luis ist vier Jahre alt und besucht unsere Kindertagesstätte in Chile

„Ich bin oft verzweifelt!“ Angst und Sorgen sind Luis´ Mutter Augustina ständige Begleiter: Vor ein paar Jahren sind Luis und seine Mama vom Land in die Großstadt gezogen, sie erzieht ihren Sohn ganz alleine. Sie arbeitet oft bis spätnachts am Großgrünmarkt – und muss Luis alleine zu Hause lassen. Sie hat ständig Angst, dem Vierjährigen könnte etwas zustoßen!

Doch es gibt Hoffnung: Damit Kinder wie Luis eine unbeschwerte und sichere Kindheit erleben können, wurde die Kindertagesstätte „Nuestra Señora de la Victoria” (dt. „Unsere liebe Frau des Sieges“) ins Leben gerufen.

Ein Ort der Zuflucht: Die Kindertagesstätte „La Victoria“

Doch nun wird der kleine Bub gut betreut: Inmitten dieser rauen Umgebung aus Wellblech- und Holzhütten bietet die Kindernothilfe 200 Kindern von drei bis 14 Jahren einen Ort der Zuflucht in der Kindertagesstätte „Nuestra Señora de la Victoria“. Kinder wie Luis finden dort einen liebevollen Ort, wo sie miteinander spielen und lernen können, wo sie gefördert werden, etwas zu essen bekommen, wo jemand für sie da ist. Der Kindertagesstätte ist von Montag bis Sontag geöffnet und bietet den Schutz und die Geborgenheit einer Familie.

Kinder werden von Montag bis Sonntag betreut

Wir kümmern uns um die Kinder von La Victoria

Wir von NPH kümmern uns um die altersgerechte Förderung: Kleinere Kinder erwerben spielerisch erste Kenntnisse in Lesen und Schreiben, sie basteln und malen gerne. Schulkinder erhalten Unterstützung bei den Hausaufgaben.

Jedoch: Immer mehr Mädchen und Buben suchen Zuflucht, der Bedarf an freien Plätzen ist riesengroß und steigt ständig. Daher brauchen wir Ihre Unterstützung. Damit die Kinder die notwendigen Lern- und Spielmaterialien bekommen!

Spenden Sie bitte jetzt für die dringend notwendigen Lern- und Spielmaterialien für fünf Kinder.

Die Stärkung der Frauen verbessert die ländlichen Gemeinden

In einem Land, in dem Frauen tagtäglich für ihre Rechte kämpfen, gibt NPH Guatemala Frauen auf dem Land die Möglichkeit, sich Fähigkeiten anzueignen, die ihnen eine aktive gesellschaftliche Teilhabe und eine größere wirtschaftliche Unabhängigkeit garantieren.

Josefina auf dem Markt
Josefina verkauft ihre Werke auf dem lokalen Markt

Wirtschaftliche Bevollmächtigung ist der Schlüssel zur Überwindung der Diskriminierung und der Defizite, denen Frauen in Guatemala nach wie vor ausgesetzt sind. Der geringere Zugang zu Dienstleistungen, insbesondere zu Bildung, schränkt das Beschäftigungs- und Einkommenspotenzial von Frauen ein, insbesondere von indigenen und Mestizo-Frauen in ländlichen Gebieten. Frauen machen in Guatemala 51 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, doch sind sie seit jeher von den Vorteilen der Entwicklung ausgeschlossen.

Die Wirtschaftskommission für Lateinamerika (ECLAC) schätzt, dass Guatemala die zweithöchste Analphabetenrate unter Frauen in Zentralamerika aufweist.

Viele guatemaltekische Frauen sind mit unbezahlter Kinderbetreuung und Hausarbeit belastet, was sie daran hindert, in vollem Umfang an der formellen Wirtschaft teilzunehmen. Ihr Mangel an wirtschaftlicher Autonomie hindert sie auch daran, der häuslichen Gewalt zu entkommen. Viele misshandelte Frauen, die Gewalt dulden oder den Rechtsweg nicht beschreiten, tun dies, weil sie wirtschaftlich nicht unabhängig sind.

Deshalb arbeitet NPH Guatemala mit dem „Oficina de la Mujer“ (Frauenbüro) zusammen, einer Einrichtung der Gemeinde Parramos, die sich um das Wohlergehen der Frauen und Familien vor Ort bemüht. Gemeinsam unterstützen wir Frauen dabei, sich aktiv um ihre eigene Entwicklung zu bemühen, die Führungsrolle von Frauen in der Gemeinde zu stärken, die wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabe von Frauen zu fördern und sie über ihre Rechte aufzuklären.

Dina Lopez, Leiterin des Frauenbüros in Parramos und Programmleiterin der Initiative „Empoderamiento a Mujeres“ (Frauenförderung), koordiniert das Programm seit sechs Jahren. Sie kennt die schwierige Situation, in der sich viele Frauen vor Ort befinden. „Die Frauen in Parramos haben ein durchschnittliches Monatseinkommen von 1.250 QTZ (162 USD). Die meisten Frauen hier arbeiten informell in der Landwirtschaft oder gehen informellen Tätigkeiten nach, wie Wäsche waschen oder Häuser putzen“, sagt Dina. Das ist weniger als die Hälfte des offiziellen monatlichen Mindestlohns von 2.872 QTZ (372 USD) in Guatemala

Viele Frauen in Parramos haben unter männlichem Chauvinismus, Kriminalität und Gewalt zu leiden. Ein Teil des Frauenemanzipationsprogramms besteht darin, Frauen in gefährdeten Situationen zu helfen, sich mit spezialisierten Gruppen abzustimmen und die technischen Fähigkeiten der Frauen zu verbessern.

Im Jahr 2021 bot NPH Guatemala in Zusammenarbeit mit dem Frauenbüro Workshops in den Bereichen Bäckerei, Nähen und Schneidern an, um Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, Kleinstunternehmen zu gründen und ihren Lebensstandard zu verbessern. Josefina aus der Stadt San Luis in Parramos zeigt, wie eine dieser Frauen diese Ausbildung nutzte, um neue wirtschaftliche Möglichkeiten für sich und ihre Familie zu erschließen.

Josefinas Familie brauchte mehr Einkommen

Josefina lebt mit ihrem Mann, zwei Töchtern und einem Sohn in einem kleinen Haus in San Luis. Vor der COVID-19-Epidemie arbeitete Josefina viele Jahre lang in einem Restaurant in Antigua Guatemala. Die Pandemie verursachte einen starken Rückgang des Tourismus, so dass Josefina im April 2020 ihren Job verlor. Seitdem arbeitet sie von zu Hause aus, indem sie für Veranstaltungen kocht und Stoffe näht, um zum Einkommen der Familie beizutragen. „Ein zusätzliches Einkommen ermöglicht es meinen Kindern, ihre Ausbildung fortzusetzen und zu Fachleuten mit besseren Chancen in der Gesellschaft zu werden“, sagt Josefina.

Josefina und ihre Familie
Josefina und ihre Familie

Aufgrund von COVID-19 wurden die Schulen vom Präsenzunterricht auf Online-Unterricht umgestellt. Das bedeutete, dass Josefina zu Hause einen Internetanschluss installieren musste, damit ihre Kinder während der Pandemie weiter lernen konnten. „Ich habe es geschafft, Kleidung zu nähen und das Einkommen unserer Familie zu erhöhen, um die neuen Bildungsanforderungen zu erfüllen, aber es ist sehr schwierig“, sagt sie.

Wie ein Workshop ein Leben veränderte

Josefina ist der Meinung, dass Gruppentrainings für sie eine gute Möglichkeit sind, ihr Wissen weiterzugeben und ihre persönlichen Fähigkeiten zu verbessern. Im Jahr 1996 hielt sie Vorträge über männlichen Chauvinismus. Seitdem ist Josefina eine weibliche Führungspersönlichkeit in ihrer Gemeinde, die indigenen Frauengruppen Fertigkeiten vermittelt, die ihnen helfen, mehr Einkommen zu erzielen, z. B. wie man Seife und andere Produkte herstellt und wie man Land für den Gemüseanbau bestellt. Diese Fähigkeiten sind wichtig, denn in den ländlichen Gebieten Guatemalas spielen die Frauen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die Ernährung zu sichern und den Lebensunterhalt ihrer Häuser und Gemeinden zu sichern.

Josefina erfuhr von NPH Guatemala durch ein Nachbarskind, das 2013 das Bildungszentrum absolviert hatte. Eines Tages sah sie einen Beitrag in den sozialen Medien, in dem das Frauenbüro und NPH Guatemala kostenlose Workshops in Bäckerei, Nähen und Schneidern anboten. Ohne zu zögern nahm sie Kontakt zu Dina Lopez auf und meldete sich für den dreimonatigen Kurs an, der im Februar 2021 im Casa San Andrés beginnt.

Das Ziel von Josefina war es, ihre Nähkenntnisse zu verbessern. Sie nahm aktiv am Kurs teil und war die einzige Schülerin, die jede Woche zusätzliche Kleidungsstücke ablieferte. Sie wusste, dass die Ausbilderinnen sehr begabt sind: „Als interessierte und lernwillige Schülerin profitierte ich davon, dass die Lehrerin ihr Wissen mit mir teilte, denn die Lehrerin wird das, was gelehrt wird, entsprechend den Fähigkeiten der Schülerin weiterentwickeln“, sagt Josefina.

Während der Abschlussfeier erhielten elf Frauen ihr Zertifikat in Bäckerei und acht in Nähen und Schneidern. Josefina gewann einen Preis für die beste Schülerin und ist nun stolze Besitzerin einer neuen Nähmaschine, mit der sie ihre Stoffproduktion zu Hause verbessern kann.

In der restlichen Zeit des Jahres 2021 arbeitete sie für ein Privatunternehmen und für Nachbarn. Sie übernahm auch größere Schneiderprojekte, wie eines für die Gemeinde Parramos, bei dem sie 200 Sitzbezüge und 20 Tischläufer nähte. „Ich würde gerne mehr Nähtechniken lernen, deshalb habe ich mich für den zweiten Kurs im Januar 2022 angemeldet. Dann kann ich weitere Kleidungsstücke mit fortgeschritteneren und spezielleren Nähtechniken anfertigen“, erzählt Josefina.

Guatemalas Frauen müssen weiter Fortschritte machen

Frauen sind im gesellschaftlichen Leben nach wie vor unterrepräsentiert, und die Realität in Guatemala zeigt, dass es immer noch Ausgrenzung, Diskriminierung und vor allem Gewalt gegen Frauen gibt.

Mehr als die Hälfte der guatemaltekischen Bevölkerung ist weiblich. Deshalb ist es notwendig, alle Gesetze zum Schutz der Frauen einzuhalten, die Entwicklung und Einbeziehung von Frauen in alle Pläne, Programme und Politiken zu erreichen und alternative Lösungen für die soziale Integrität der Frauen zu finden.

„Die Pandemie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die wirtschaftliche Stärkung der Frauen im Mittelpunkt der nationalen Agenda steht“, sagt Adriana Quiñones, die Vertreterin von UN Women in Guatemala.

Nuestros Pequeños Hermanos (NPH) ist eine bei der UNO registrierte Organisation.

Nuestros Pequeños Hermanos (NPH) setzt sich für die Förderung und Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) ein.

Durch unsere Vorbereitungsprogramme unterstützen wir starke Frauen mit dem SDG Nr. 5 – Gleichberechtigung der Geschlechter: Die Gleichstellung der Geschlechter erreichen und alle Frauen und Mädchen stärken; SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum: Nachhaltiges, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern; und SDG 10 – Ungleichheiten abbauen: Verringerung der Ungleichheit innerhalb von und zwischen Ländern.