Zarine (rechts) klärt die Mädchen über ihre grundlegenden Rechte als Frauen auf.

Zarine Garcia gibt Einblick in unser Programm Chicas Poderosas in Honduras

Zarine Garcia ist Koordinatorin des Programms Chicas Poderosas (dt. starke Mädchen) in unserem NPH-Kinderdorf in Honduras. Mit diesem speziellen Förderungsprogramm legen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft unserer Mädchen.

 

Zarine, worin siehst du die Notwendigkeit, so ein Förderungsprogramm für Mädchen anzubieten?

Da gibt es viele Gründe, warum wir dieses Programm brauchen. Zuallererst ist es ein Projekt zur Stärkung der Mädchen. Die Kultur in Honduras ist sehr männlich geprägt, Frauen werden generell benachteiligt. Es gibt eine hohe Rate an häuslicher Gewalt sowie viele Schwangerschaften bei Teenagerinnen. Viele Mädchen heiraten sehr jung. Auch werden Frauen im Bildungsbereich meist vernachlässigt, speziell in ärmeren Regionen, wo oft nur die Buben in die Schule geschickt werden, während die Mädchen im Haushalt mithelfen müssen. Chicas Poderosas ist dazu da, den Mädchen ihre grundlegenden Rechte als Frauen aufzuzeigen und sie darin zu bestärken, selbstständige Entscheidungen zu treffen.

 

Zarine (rechts) klärt die Mädchen über ihre grundlegenden Rechte als Frauen auf.
Zarine (rechts) klärt die Mädchen über ihre grundlegenden Rechte als Frauen auf.

Wie ist dieses Programm bei NPH Honduras aufgebaut und wann wurde es ins Leben gerufen?

Die Chicas Poderosas treffen sich einmal pro Woche. Wir betreuen verschiedene Altersgruppen, die Mädchen sind zwischen 9 und 18 Jahre alt. All unsere Inhalte zielen darauf ab, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken. Sie sollen selbst bestimmen können, was sie in ihrem Leben erreichen wollen. Wir schaffen auch einen Raum für die Mädchen, wo sie frei sprechen können, über ihre Probleme und Gefühle, ohne diskriminiert zu werden. In Honduras gibt es Chicas Poderosas seit 2005.

 

Was besprecht ihr zum Beispiel mit den Mädchen im Rahmen von Chicas Poderosas und welche Aktivitäten gibt es?

Unsere Inhalte sind sehr vielfältig: Wir reden über Konfliktlösung, Freundschaft, Frauenrechte, gesunde Lebensführung, Beziehungen, Sexualität, Bildung, Zielerreichung, Vorurteile, Gruppendruck oder Gefühle. Wir haben mit den Mädchen schon Kampagnen organisiert, zum Beispiel gegen Mobbing oder für Recycling. Die Mädchen haben ihre eigene Bäckerei gestartet, mit der sie etwas zusätzliches Geld für einen Ausflug verdienen können. Auch versuchen wir, die Mädchen aus der Nachbarschaft außerhalb unseres Kinderdorfes in unser Programm miteinzubeziehen.

 

Auch gemeinsame Aktivitäten wie Malen gehören zu Chicas Poderosas.
Auch gemeinsame Aktivitäten wie Malen gehören zu Chicas Poderosas.

Warum ist es wichtig, dass sich auch Mädchen aus der Nachbarschaft an Chicas Poderosas beteiligen können?

In den Gemeinden haben die Mädchen keine Möglichkeit, sich auszutauschen. Für die Buben gibt es Fußball, die Mädchen bleiben zuhause. Chicas Poderosas bietet ihnen einen sicheren Ort, wo sie Spaß haben und lernen können. Viele dieser Mädchen haben weniger Zugang zu Informationen als unsere Kinder, deshalb ist hier der Fokus auch ein etwas anderer. Da die Eltern mit ihnen oft nicht über wichtige Themen wie Beziehungen reden, übernehmen wir diese Aufgabe. Außerdem ist der Ideenaustausch zwischen den Mädchen aus der Nachbarschaft und aus dem Kinderdorf eine Bereicherung für beide Seiten. Mit der Zeit können wir auch Veränderungen bei den Mädchen wahrnehmen, sie beteiligen sich mehr an Diskussionen und haben gelernt, sich ihre eigene Meinung zu bilden.

 

Chicas Poderosas ist fixer Bestandteil der Woche und für die Mädchen nicht mehr wegzudenken.
Chicas Poderosas ist fixer Bestandteil der Woche und für die Mädchen nicht mehr wegzudenken.
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