NPH Water girl poor

Mangelware Wasser: Zur Wassersituation in unseren Projektländern

Lateinamerika verfügt über etwa 30% der weltweiten Süßwasserquellen, doch das Land kämpft gegen eine Wasserkrise: Die Hälfte des Wassers bleibt für den menschlichen Verbrauch unbehandelt. So gelangt verschmutztes Wasser in Seen, Flüsse und in weiterer Folge in die Haushalte, wo es irreversible Auswirkungen auf das Leben der Menschen, vor allem auf das der Kinder, hat.

Die Wasserkrise in Lateinamerika wird daher auch als „Krise der Kinder“ bezeichnet. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen nimmt Wasser auch Einfluss auf die Bildung der Kinder. Denn: Kinder in Haushalten ohne sauberes Wasser helfen ihren Müttern beim Wasserholen und verbringen Stunden damit, Wasser aus Bächen und Seen in ihre Häuser zu tragen. Sie gehen deshalb nicht zur Schule.

NPH Water Latinamerica

Wir von NPH wissen, dass ein sicheres und gesundes Umfeld für Kinder auch besonders von der Versorgung mit sauberem Wasser abhängt. In unseren Kinderdörfern brauchen wir täglich mehrere tausend Liter Wasser, um unsere Kinder zu versorgen. Lesen Sie im Folgenden, wie wir die Wasserversorgung sicherstellen!

NPH Mexiko: Sinkende Wasserkosten

In unserem NPH Kinderdorf in Mexiko wurde vor zwei Jahren eine Wasseraufbereitungsanlage gebaut, um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sicherzustellen. Zuvor wurde das Wasser mit Chlor gereinigt, jedoch kann das regelmäßige Trinken von chlorhaltigem Wasser das Risiko von Krebs und anderen Krankheiten erhöhen. Da die Gesundheit der NPH Kinder für uns sehr wichtig ist, sind wir dankbar, dass nun seit gut zwei Jahren eine Wasseraufbereitungsanlage zur Verfügung steht.

Außerdem trägt die Anlage nun dazu bei,  die laufenden Ausgaben des Kinderdorfes zu senken. Schon jetzt sind die Gesamtausgaben drastisch gesunken und werden auch im Laufe der Zeit weiter sinken. Mit der Wasseraufbereitungsanlage werden nun nur noch 650 Euro für Produktionskosten ausgegeben. Somit konnten die Gesamtausgaben um 79 % gesenkt werden.

NPH Peru: Wasserzukauf nicht mehr notwendig 

Seit letztem Jahr hat unser Kinderdorf in Peru seine eigene Wasserversorgung mit einem vollständig unabhängigen Wassersystem mit Wasserturm, Wasserbrunnen und Kläranlage. Es werden regelmäßig Tests durchgeführt, um die Reinheit des Wassers sicherzustellen. Somit muss kein zusätzlich gereinigtes Wasser für das Kinderdorf gekauft werden.

NPH Guatemala: Sauberes Wasser für alle

Da über 90% der Flüsse, Seen und Wasserquellen in Guatemala verunreinigt sind, hat NPH Guatemala schon im Jahr 2008 eine Wasseraufbereitungsanlage im Dorf gebaut. Seitdem kann Wasser aus allen Wasserhähnen getrunken werden. Das Wasser wird in einen Tank gepumpt und versorgt alle Gebäude, einschließlich des Kinderdorfs, der Personalhäuser, der Schule und der Klinik. Monatliche Kontrollen gewähren die Garantie für stets sauberes Wasser. Diese Kontrollen kosten im Jahr ganze 1680 Euro. Die Kinder werden von NPH über Wassersparen in der Schule und zu Hause unterrichtet.

NPH teilt sein sauberes Wasser auf verschiedene Weise mit der benachbarten Gemeinde. Da sieht die Situation nämlich leider ganz anders aus: Die Bewohner haben täglich teilweise nur für 4 bis 5 Stunden Zugang zu Trinkwasser. Das liegt daran, dass das nächstgelegene Wasserreservoir mehrere Kilometer entfernt ist und das von dort bezogene Wasser auch erst einmal gereinigt werden muss. Vor kurzem hat NPH in Zusammenarbeit mit Ecofiltro 30 Familien aus der Umgebung Filter gespendet, die sie mit trinkbarem Wasser versorgen.

NPH Honduras water girl drinking
NPH Water girl poor
NPH Guatemala water girl drinking
NPH Water

NPH El Salvador: 20.000 Liter Wasser täglich 

NPH El Salvador bezieht sein Wasser aus einem Brunnen, der sich auf dem Grundstück befindet. Das Wasser aus dem Brunnen wird durch eine Wasseraufbereitungsanlage gereinigt. Jeden Tag können etwa zwanzigtausend Liter Wasser gereinigt werden und zum Trinken, Kochen, Waschen und für die Körperhygiene verwendet werden.

In El Salvador gibt es sehr viele Menschen, die keinen Zugang zu aufbereitetem Wasser haben. Viele müssen weite Strecken hinter sich legen, um an Wasser zu kommen. Das ist sehr mühsam und oft werden Kinder in diesen Prozess involviert. Auch in der Gemeinde, in der das NPH-Dorf liegt, gibt es keinen Zugang zu aufbereitetem Wasser. Viele müssen durch Brunnen und das Sammeln von Regenwasser auskommen. Da das gereinigte Wasser des NPH-Dorfs begrenzt ist, ist es bis jetzt nicht möglich, dieses mit der Gemeinde zu teilen.

NPH Honduras: Viel Aufwand für sauberes Wasser  

Unser Kinderdorf in Honduras verwendet ein mechanisches Filtersystem, um das Wasser, das im Haus verwendet wird, zu reinigen. Das Trinkwasser kommt aus drei Brunnen, einer natürlichen Quelle und von Sammelbecken, welche mit Regenwasser aus der Umgebung gespeist werden. Das Wasser wird in Sammeltanks gespeichert, bevor es das Reinigungssystem durchläuft und auf dem Grundstück verteilt wird. Pro Tag können ca. 34.650 Liter gereinigt werden.

Wasser, welches nicht zum Trinken verwendet wird (Toiletten, Duschen, Wäschewaschen, Bewässerung, etc.) kommt direkt aus einem Brunnen oder von gesammeltem Regenwasser.

Das Wasser wird zweimal im Jahr getestet, um sicherzustellen, dass es frei von Parasiten und schädlichen Bakterien ist. Dank Spenden konnte NPH Honduras kürzlich eine Prüfung des Wasserverbrauchs im Kinderdorf durchführen und nun nach und nach wassersparende Toiletten, Wasserhähne und Duschköpfe installieren.

Das gereinigte Wasser ist hauptsächlich für die Bewohner des Kinderdorfs gedacht, dient aber gleichzeitig auch der Gemeinde. Es gibt auch einen Trinkwasserhahn am Eingang des Kinderdorfs, den Nachbarn oder Bedürftige benutzen können, um Trinkwasser aufzufüllen.  Für viele Menschen in Honduras ist es nach wie vor schwierig, sauberes Wasser zu bekommen. Die meisten haben überhaupt kein fließendes Wasser und sind auf Regensammelzisternen angewiesen, die sie auf ihren Dächern oder in großen Plastik- oder Metallwasserfässern aufstellen.

NPH Haiti: Wasserlieferungen per Lastwagen 

Laut einer Studie des „Center for Human Rights and Global Justice“ haben fast 70% der Bevölkerung Haitis keinen direkten Zugang zu Trinkwasser. Verunreinigtes Wasser ist eine der Hauptursachen für Kinderkrankheiten und die sehr hohe Kindersterblichkeitsrate in Haiti. Nur ca. 24% der Haitianer haben Zugang zu einer Toilette.

Das Kinderdorf St. Helene auf Haiti bezieht sein Wasser aus der Lieferung per Lastwagen. Jeden Dienstag kommen zwei Wasser-LKWs mit einer Kapazität von 1.400 Gallonen im Dorf an. Das Wasser kommt aus einer Lagerstätte und wird bei seiner Ankunft mit Chlor und UV-Licht behandelt. Nach der Reinigung wird das Wasser über Tanks und Pumpen im Haus verteilt. Jeden Tag werden ca. 4500 Liter gereinigt und das Wasser reicht für eine Woche. Benutzt wird es für alles, vom Trinken übers Kochen, Duschen, usw.

NPH_Kinderdorf_Haiti_Wassertank
NPH_Kinderdorf_Honduras_Wasser
NPH_Kinderdorf_Haiti_Wasser
NPH_Kinderdorf_Bolivien_Wasser

Wenn Sie uns helfen, die Wasserversorgung sicherzustellen, helfen Sie unseren Kindern, gesund aufzuwachsen. Danke!