Therapiezentrum Samaritano hilft Kindern mit Behinderung in ein neues Leben

Das Therapiezentrum Samaritano wurde 2010 von österreichischen NPH-Physio- und Ergotherapeutinnen ins Leben gerufen. Die therapeutischen Einrichtungen befinden sich im Krankenhaus in Moyogalpa auf der Insel Ometepe.

Derzeit erhalten 30 Kinder bei Samaritano regelmäßig Physio- und Ergotherapie, bei Bedarf auch psychologische Betreuung von einer lokalen Psychologin. Nadine Gulyas, Physiotherapeutin im Therapiezentrum Samaritano, erzählt uns von Rinaldo und seiner Geschichte.

Rinaldo – Schritte in eine selbstständige Zukunft

Rinaldo bei der Therapie mit Nadine Gulyas.
Rinaldo bei der Therapie mit Nadine Gulyas.

Rinaldo wurde im November 2011 als fünfter und letzter Sohn in eine kleine Familie geboren. Nach der Geburt erlitt er eine schwere Gelbsucht, die nur unzureichend behandelt wurde. Dies führte in Folge zu einem frühkindlichen Gehirnschaden mit einer schweren Entwicklungsverzögerung und epileptischen Krampfanfällen. Rinaldo konnte sich vor der Therapie nicht alleine aufsetzen oder sich am Boden selbstständig fortbewegen. Es fiel ihm schwer, seinen Blick zu fokussieren und seine Kopfbewegungen zu kontrollieren. Aber Rinaldo erkennt Stimmen und reagiert mit einem süßen Lächeln auf die Menschen, die er gern hat.

Durch die passende Medikation, eine speziell angereicherte Milch und die regelmäßige Therapie im Therapiezentrum Samaritano hat Rinaldo in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht, erzählt uns Nadine. Die Mutter hat bemerkt, dass er seinen Kopf nun besser kontrollieren und er mit weniger Unterstützung seiner Mutter bei ihren Haushaltstätigkeit zuschauen kann. Er weint weniger und hat seltener Krampfanfälle. Er hat auch zugenommen und fängt an, sich selbständig am Boden fortzubewegen.

Ein Zuhause mit Wänden aus Holzstäben und Plastikplanen

Der steinige Weg 30 min hinauf zu Rinaldos Zuhause.
Der steinige Weg 30 min hinauf zu Rinaldos Zuhause.

Das NPH-Physio- und Ergotherapie-Personal im Therapiezentrum Samaritano besucht die Familien in ihren Häusern regelmäßig, um sich einen Überblick über das Umfeld der Kinder zu verschaffen. Rinaldo wohnt mit seinen Eltern und vier Brüdern auf der anderen Seite der Insel Ometepe in einem sehr einfachen und leider unsicheren Haus. Die Wände bestehen aus Holzstäben und –brettern. Das Schlafzimmer hat schwarze Plastikplanen als Wände. Es gibt keine Matratzen, kein Bett. Die Mutter schläft auf Holzbrettern; der Vater und die fünf Kinder in ihren Hängematten. Strom gibt es keinen im Haus und in der Regenzeit ist es schwierig, einen trockenen Platz zu finden. Das Dach ist undicht und auch zwischen den Holzstäben läuft das Wasser in Strömen durchs Haus. Gemeinsam mit der Familie wird nun nach Lösungen für die aktuellen Probleme gesucht.

Der Schlafraum und Küche
Der Schlafraum und Küche

Die Anreise zum Therapiezentrum ist langwierig: Vom Haus müssen Rinaldo und seine Mutter 30 Minuten einen steilen, felsigen Weg entlang gehen. Danach sind es noch zwei Stunden Busfahrt bis zum NPH-Therapiezentrum in Moyogalpa. Zwei Mal die Woche legen Rinaldo und seine Mutter diese Strecke zurück. Rinaldos Mutter sagt, dass sie gerne den harten Weg auf sich nimmt und den ganzen Tag unterwegs ist, da sie weiß, dass ihr Sohn die Therapie braucht. Es erfüllt sie, wenn sie sieht, dass er Neues lernt und es ihm dabei gut geht.

Dieser Raum ist das Zuhause von Rinaldo.
Dieser Raum ist das Zuhause von Rinaldo.

Rinaldo schläft in einer Hängematte, in welcher er auch viele Stunden des Tages verbringt. Jedoch fehlt ihm zum Ausbau seiner grobmotorischen Fähigkeiten wie Umdrehen, Fortbewegen etc. ein sicherer Platz zum Üben. Als Lösung wurde von den NPH-Mitarbeitern in Samaritano ein kleines Gitterbett beim Tischler in Auftrag gegeben. Hier hat er endlich die Möglichkeit, seine Bewegungen zu üben und so seine Muskeln zu trainieren. Im Garten dient eine umfunktionierte Baumwurzel als provisorischer Therapiestuhl für seine Sitz- und Stehübungen.

Mit einer Projektpatenschaft das Leben der Kinder in Samaritano verändern!

Das ist nur die Geschichte eines Patienten. Im Therapiezentrum Samaritano behandeln wir derzeit 30 Kinder. Die häufigsten Diagnosen sind Entwicklungsverzögerungen, Zerebralparesen, genetische Syndrome (Down-Syndrom), geistige Behinderung und Lernschwierigkeiten. Gemeinsam mit den Eltern suchen wir in der Physio- und Ergotherapie nach Lösungen für die anfallenden Alltagsschwierigkeiten, um so die Kinder so selbstständig wie möglich werden zu lassen. Samaritano wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Sie können helfen, indem Sie eine Projektpatenschaft für Samaritano übernehmen!