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Therapeutinnen aus Österreich fördern behinderte Kinder in Honduras

Wien, 24.11.2016 … Am 3. Dezember jährt sich der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderung“ der Vereinten Nationen, der an die Belange und Probleme von behinderten Menschen erinnert. Das internationale Kinderhilfswerk NPH (Nuestros Pequeños Hermanos = Unsere kleinen Brüder und Schwestern) will die Lebenssituation behinderter Kinder in Lateinamerika nachhaltig verbessern. Im NPH-Kinderdorf in Honduras helfen österreichische Freiwillige behinderten Kindern mit Physio- und Ergotherapie.

Therapeutinnen aus Österreich bei NPH Honduras

Seit Jänner 2016 sind Karin Leitner aus Oberösterreich und Johanna Böhm aus Niederösterreich im NPH-Kinderdorf in Honduras als Therapeutinnen im Einsatz. Die 25-jährige Karin aus St. Veit im Mühlkreis arbeitet dort als Physiotherapeutin, die 24-jährige Johanna aus Wolfpassing als Ergotherapeutin.

Ihre Motivation, mehr als ein Jahr als Freiwillige bei NPH zu verbringen, erklärt Karin so:

„Viele meiner PatientInnen strahlen eine immense Lebensfreude aus. Sie freuen sich über Zuneigung und Aufmerksamkeit. Obwohl es oft anstrengend ist, bestärkt mich das in meiner Arbeit ungemein.“

Für Johanna ist klar:

„Das Schönste an meiner Arbeit hier mit behinderten Menschen ist die Beziehung, die wir zueinander aufbauen.“

Im Interview geben die beiden Einblick in ihren Arbeitsalltag im Kinderdorf und berichten über ihre Erfahrungen.

 

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Karin (links) und Johanna (rechts) helfen Kindern mit Physio- und Ergotherapie in Honduras. © NPH

NPH verbessert die Lebenssituation von behinderten Kindern nachhaltig

NPH legt besonderen Wert auf die Förderung behinderter Kinder. Spezielle Therapieeinrichtungen in den NPH-Projektländern und gut ausgebildete TherapeutInnen helfen Kindern mit körperlichen und geistigen Behinderungen in und um die NPH-Kinderdörfer.

Bei NPH Honduras gibt es Betreuungseinrichtungen im Kinderdorf sowie das Wohn- und Therapiehaus „Casa Ángeles“ in der Hauptstadt Tegucigalpa. Auch in anderen Projektländern verbessert NPH die Lebenssituation von behinderten Kindern: Im Therapiezentrum Casa Samaritano in Nicaragua erhalten Kinder mit besonderen Bedürfnissen aus der Umgebung Physio- und Ergotherapie, um ihren Alltag besser bewältigen zu können. Die Therapiestunden finden gemeinsam mit den Eltern statt, sodass ein Bewusstsein für die Beeinträchtigung geschaffen wird und die Übungen zuhause wiederholt werden können. Das Physiotherapie- und Rehabilitationszentrum Kay St. Germaine in Haiti bietet Kindern mit speziellen Bedürfnissen kostenlose Therapie und Förderunterricht in behindertengerechten Klassenräumen. Das NPH-Kinderdorf St. Hélène in Haiti verfügt über ein Therapiehaus, Kay Christine, für behinderte Kinder.

 

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Mit viel Engagement arbeiten österreichische Volontärinnen mit behinderten Kindern bei NPH Honduras. © NPH

Hintergrundinformationen:

Behinderung verhindert Chancengleichheit

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat mehr als eine Milliarde Menschen, also jeder siebte Mensch, in irgendeiner Form eine Behinderung. Der Zugang zu Bildung für behinderte Personen ist laut Weltbank viel stärker eingeschränkt als für Personen ohne Behinderung. Auch eine geringere Beschäftigung am Arbeitsmarkt sowie eine höhere Armutsrate sind charakteristisch für behinderte Menschen. Armut und Behinderung stehen in einer Wechselwirkung: Behinderung begünstigt das Armutsrisiko aufgrund fehlender Arbeit und Bildung sowie höheren Lebenshaltungskosten. Armut wiederum fördert das Risiko einer Behinderung durch Mangelernährung, fehlender Bildung und schlechter medizinischer Versorgung. Nach Schätzungen der Weltbank sind 80 bis 90 % der behinderten Menschen in Lateinamerika und der Karibik arbeitslos. Oft bleibt diesen Menschen eine adäquate Gesundheitsversorgung verwehrt und sie werden großteils von Versicherungen abgelehnt.

Behinderte Kinder ohne Entfaltungsmöglichkeiten

Nach Einschätzung des „Berichts über die menschliche Entwicklung 2015“ des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) können behinderte Kinder ihr Potenzial nicht voll entfalten. Gerade Kinder in sogenannten Entwicklungsländern werden nur selten speziell gefördert. Eine Untersuchung der Weltbank ergab, dass nur etwa 20 – 30 % der behinderten Kinder in Lateinamerika und der Karibik zur Schule gehen. Laut UNICEF haben behinderte Kinder in Honduras die geringste Einschulungsrate. UNICEF hat insgesamt festgestellt, dass behinderte Kinder generell ärmer aufwachsen und nicht nur einen schlechteren Zugang zu Bildung, sondern auch zu Gesundheitsdienstleistungen wie medizinische und therapeutische Betreuung haben.

 

Multimediamaterial:

Foto 1: Physio- und Ergotherapie bei NPH Honduras
Foto 2: Österreichische Volontärinnen bei NPH Honduras

 

Über NPH Österreich:

Das internationale Kinderhilfswerk NPH (Nuestros Pequeños Hermanos, dt. unsere kleinen Brüder und Schwestern) sorgt für Waisen und in Not geratene Kinder in neun Ländern Lateinamerikas. Seit der Gründung 1954 sind mehr als 18.000 Kinder in den NPH-Kinderdörfern aufgewachsen, Spenden und Patenschaften sichern ihre Betreuung und Ausbildung. NPH Österreich ist mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet, Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Spendenkonto: Erste Bank, IBAN: AT85 2011 1822 4309 5500, BIC: GIBAATWWXXX
Online-Spendenshop: www.nph.at/spendenshop

 

Rückfragehinweis:

Carina Kirisits, MSc, BSc, BA | Communications & Sponsorship Manager
NPH Österreich – Hilfe für Waisenkinder
Zollergasse 37/5 | 1070 Wien
Telefon: +43 1 526 0220-17
carina.kirisits@nph.at | www.nph.at