Proteste gegen die Regierung legen Haiti lahm

Demonstranten im ganzen Land beschuldigen die Regierung, Hilfslieferungen unterschlagen zu haben. Auch der Präsident soll involviert sein. Hunderte Jugendliche aus dem Armenviertel Cité Soleil protestieren. Das öffentliche Leben ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Die Schulen wurden geschlossen, der Verkehr ist teilweise eingestellt. Jacqueline Gautier, Leiterin des Krankenhauses berichtet:

Haiti gilt als ärmster Staat des amerikanischen Kontinents. Das Land mit elf Millionen Einwohnern hat sich noch nicht von dem schweren Erdbeben 2010 erholt, bei dem rund 300.000 Menschen starben und mehr als eine Million obdachlos wurden. Der Staat ist von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig.

Leiter NPH Haiti Rick Frechette im Einsatz mit NPH-Mitarbeiter.

 

Barrikaden werden für Straßensperren gestapelt und am Himmel sind schwarze Rauchwolken zu sehen. Immer wieder sind Schüsse zu hören. Seit letztem Donnerstag, 7.02.2019, herrscht in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince der Ausnahmezustand. Täglich gehen tausende Menschen in Port-au-Prince und anderen Orten auf die Straße, um den Rücktritt des seit zwei Jahren amtierenden Präsidenten zu fordern. Die Polizei setzte Tränengas ein. Lokale Medien meldeten mindestens fünf Tote.

Unruhen Haiti
Quelle: Kurier

Quelle: Die Zeit
 

Geschäfte, Schulen und Ministerien geschlossen

Cassagnol Destine, NPH-Projektkoordinator Haiti: „Die Eskalation ist überall zu spüren. Alle Geschäfte, Schulen, sogar die Ministerien bleiben geschlossen. Das Personal kommt nicht zur Arbeit. Die Wege sind versperrt, niemand kann für ihre Sicherheit garantieren. Ausländer werden zudem gebeten, sofort das Land zu verlassen.“

NPH-Mitarbeiter vor Ort: Cassagnol Destine (re.) bringt besorgniserregende Nachrichten mit aus Haiti.

Protestierende fordern den Rücktritt des Präsidenten

Sie werfen dem amtierenden Präsidenten Jovenel Moïse vor, dass er die Veruntreuung von Hilfsgeldern und -gütern in der Regierung vor seinem Amtsantritt nicht untersucht hat. Die Protestierenden beschuldigen sowohl ihn als auch die Regierung der Unterschlagung beim venezolanischen Energieprogramm Petrocaribe. Das ist ein Abkommen von Juni 2005 für Erdöllieferungen zum Vorzugspreis von Venezuela an einige Karibikstaaten. Die Einnahmen aus dem Preisunterschied sollten Haiti beim Wiederaufbau helfen. Die Gelder tauchten jedoch nie auf und hinterließen große finanzielle Löcher in der Staatskasse.

 

Ein Notfall nach dem anderen im NPH-Krankenhaus

Die gewaltsame Bekämpfung der Ausschreitungen fordern ihren Tribut: Es gibt bereits die ersten Toten und unzählige verletzte Frauen, Kinder und Männer, die im NPH-Krankenhaus St. Damien Hilfe suchen.

Richard Frechette, Direktor von NPH Haiti und Arzt im NPH-Krankenhaus: „Wir haben als Team schon so viele solcher schwierigen Momente im Land erlebt. Wir haben viel Schlimmes gesehen und auch überstanden. Wir sind hier und wir können nicht einfach unsere Türen schließen und die Koffer packen. Es ist die Realität, mit der wir umgehen müssen und wir schaffen es.“

Richard Frechette, Direktor von NPH Haiti und Arzt, im NPH-Krankenhaus St. Damien.


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Jetzt zählt nur eines: Leben retten in Haiti

Haiti: Kinderleben retten im NPH-Kinderkrankenhaus

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Die medizinische Versorgung ist in Haiti in einem katastrophalen Zustand. Schlechte sanitäre Einrichtungen und weit verbreitete Armut haben dazu geführt, dass Kleinkinder 15-mal häufiger an Durchfall oder Lungenentzündung sterben als an HIV/AIDS. Nahezu 10 % der Kinder sterben vor ihrem 5. Geburtstag, überwiegend an behandelbaren Krankheiten. Unser Kinderkrankenhaus St. Damien ist das Auffangnetz für diese Kinder, denn die Behandlung bei uns ist nahezu kostenlos. Wir verlangen nur einen symbolischen Beitrag von jenen Eltern, die es sich leisten können.

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Beschreibung

Das 154-Betten Kinderkrankenhaus ist rein aus Spenden finanziert. St. Damien verfügt über eine Notaufnahme, eine Intensivstation, eine Chirurgie, eine Zahnklinik, eine Ambulanz, sowie eine Geburtsstation, eine Neonatologie und eine Kinderkrebsstation – die einzige in Haiti. Über 450 lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für das Wohl und die Betreuung der kleinen Patientinnen und Patienten. Mehr als die Hälfte der Kinder in Behandlung leiden an Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Malaria oder HIV. 25 Prozent der Kinder haben nichtinfektiöse Krankheiten wie Krebs oder Nierenerkrankungen. Viele der Kinder sind unter- oder mangelernährt.

 

 

 

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