NPH Österreich meldet rasche Ausbreitung des Chikungunya-Fiebers in Haiti

Das Chikungunya-Fieber ist in Haiti ausgebrochen und breitet sich schnell aus. Per Juni 2014 wurden 27.000 Fälle von Chikungunya registriert. Für eine rasche Versorgung werden dringend Medikamente benötigt.

Die Menschen sind durch die Cholera verunsichert und strömen scharenweise zu uns. © NPH
Die Menschen sind durch die Cholera verunsichert und strömen scharenweise zu uns. © NPH

Seit einigen Tagen erreichen immer mehr hilfesuchende Familien mit ihren Kindern die Ambulanzen der NPH-Kinderdorf-Krankenhäuser St. Damien, St. Luke und St. Mary in Haiti. Grund dafür ist der Ausbruch der Virusinfektion „Chikungunya-Fieber“, die wie Dengue von Stechmücken übertragen wird. Der Name „Chikungunya“ leitet sich aus dem Kisuaheli ab und steht für starkes Krümmen – eine Anspielung auf die gebeugte Haltung der Patienten, die auf die starken Gelenkschmerzen zurückzuführen ist. Nach einer Inkubationszeit von meist vier bis sechs Tagen kommt es plötzlich zu hohem Fieber (bis zu 40 Grad) , Kopfschmerzen, Bindehautentzündung sowie starken Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Gelenke sind geschwollen und empfindlich gegenüber Berührung.

Wolfgang Martinek, Geschäftsführer NPH Österreich: „In Haiti sind gut ausgestattete Krankenhäuser Mangelware. Die vorhandenen medizinischen Einrichtungen sind auf eine großflächige Versorgung von Chikungunya-PatientInnen – insbesondere Kinder – nicht ausgerichtet.“

 

 

 

Besonders Kinder sind gefährdet

Baby Jean* wurde von seiner Mutter vergangene Woche in unser Kinderkrankenhaus St. Damien gebracht und umgehen versorgt. © NPH
Baby Jean* wurde von seiner Mutter vergangene Woche in unser Kinderkrankenhaus St. Damien gebracht und umgehen versorgt. © NPH

Kinder leiden besonders unter dieser Krankheit; eine unzureichende Behandlung kann zu lebenslangen Einschränkungen führen.

Wolfgang Martinek: „Deshalb behandeln wir möglichst viele Mädchen und Buben in unseren Krankenhäusern St. Damien, St. Luke und St. Mary.“ In leichteren Fällen dürfen die Kinder nach erfolgter Diagnose und unter medizinischer Anleitung mit ihren Eltern wieder nach Hause gehen, benötigen jedoch fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente.

So wie Jean*, ein erst fünf Tage altes Baby, das sich bereits im Mutterleib mit Chikungunya-Fieber ansteckte. Ihre Mutter brachte sie vergangene Woche in das NPH-Krankenhaus St. Damien. Jean hatte sehr hohes Fieber und schrie ununterbrochen. In St. Damien diagnostizierten die Ärzte und Ärztinnen „Chikungunya-Fieber“ und begannen sofort mit der medikamentösen Behandlung. Jean ist heute beinahe schmerzfrei und befindet sich auf dem Weg der Besserung.
*Namen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte geändert.

 

 

 

 

In unserem Krankenhaus St. Damien helfen wir den Menschen in Haiti ... © NPH
In unserem Krankenhaus St. Damien helfen wir den Menschen in Haiti … © NPH

Überteuerte oder gefälschte Medikamente

Da es in Haiti nicht ausreichend Medikamente für die Behandlung des Fiebers gibt, haben die Apotheken die Preise für Original-Produkte drastisch erhöht; teilweise um bis zu 200 Prozent. Der Schwarzmarkt nutzt diese Notlage aus und b

ietet auf der Straße gefälschtes Paracetamol an. Diese Fälschungen sind jedoch sehr gefährlich, weil sie, aufgrund der unbekannten Inhaltsstoffe, der Gesundheit schaden können.

 

 

 

 

 

 

... mit schmerz- und fiebersenkenden Medikamente; unser Vorrat ist jedoch schon fast aufgebraucht. © NPH
… mit schmerz- und fiebersenkenden Medikamente; unser Vorrat ist jedoch schon fast aufgebraucht. © NPH

Vorbeugende Schutzmaßnahmen für Reisende

Aktuell gibt es kein Medikament, das vorbeugend gegen den Virus schützt. Als Vorbeugungsmaßnahme für alle, die eine Reise nach Haiti planen, empfiehlt unser medizinisches Team auf einen umfassenden Mückenschutz zu achten. Tagsüber sollte helle, lange Kleidung getragen werden und unbedeckte Hautpartien mit einem starken mückenabweisenden Mittel geschützt werden. Im Fall einer Infektion ist ein Krankenhaus aufzusuchen.

 

 

 

 

 

 

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Quellen:

Über NPH Österreich:

Das internationale Kinderhilfswerk NPH (Nuestros Pequeños Hermanos = Unsere kleinen Brüder und Schwestern) schenkt Waisen und in Not geratenen Kindern in neun Ländern Lateinamerikas ein neues Zuhause. Seit der Gründung 1954 sind mehr als 18.000 Kinder in den NPH-Kinderdörfern aufgewachsen, Spenden und Patenschaften sichern ihre Betreuung und Ausbildung. NPH Österreich (www.nph.at) ist mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet, Spenden sind von der Steuer absetzbar. Spendenkonto Erste Bank: IBAN: AT85 2011 1822 4309 5500, BIC: GIBAATWWXXX Weiter Informationen unter: www.nph.at, www.facebook.com/nphoesterreich