Nicaragua und Honduras: Eine Reise, die uns lange in Erinnerung bleiben wird

Nach zehn ereignisreichen Tagen kehrten wir vergangenen Donnerstag, 6.11., von der Reise in die zwei NPH-Kinderdörfer in Nicaragua und Honduras zurück. Wir, das war eine Gruppe aus dreizehn Personen bestehend aus österreichischen und deutschen PatInnen, SpenderInnen, dem LatinoTV-Team sowie einem Betreuerteam vom NPH Österreich-Büro. Die Highlights unserer Reise haben wir hier zusammengefasst.

¡Bienvenido a Nicaragua – dem Land der Vulkane!

Unsere Reise begann um fünf Uhr morgens in Wien; fast 24 Stunden später (inklusive sieben Stunden Zeitverschiebung) kamen wir im Kinderdorf in Nicaragua an. Am nächsten Tag machten wir uns auf, das Kinderdorf zu erkunden und natürlich waren die PatInnen schon sehr auf ihre Patenkinder gespannt. Die Treffen waren sehr herzlich; man erkannte sofort, dass eine besondere Verbindung zwischen ihnen herrschte. Familie Pötsch: „Was uns besonders beeindruckt hat, war, unsere Patenkinder erstmals zu sehen und von deren Herzlichkeit, Freundlichkeit und Offenheit bewegt zu werden.“

Familie Pötsch mit Fausto (Name zum Schutz geändert), einem ihrer beiden Patenkinder. © NPH

In Nicaragua besuchten wir neben dem Kinderdorf auch die Casa Samaritano, einem Therapiezentrum für Kinder mit Behinderung auf der Insel Ometepe, bestiegen den schwefeldampfenden Masaya Vulkan und verbrachten Zeit mit den Patenkindern in der Laguna de Apoyo.

Samaritano – ein Therapiezentrum, das Kinder mit Behinderung aus der Isolation holt

Der Besuch im neuen Therapiezentrum Samaritano, das ausschließlich mit österreichischen Spendengeldern erbaut wurde, war für uns alle beeindruckend. Verena Hackl und Nadine Gulyas – beides Therapeutinnen aus Österreich – haben nach vier Jahren harter Arbeit sehr viel erreicht: Ein neues Therapiezentrum wurde gebaut, in dem Kindern mit Behinderung mit Physio- und Ergotherapie geholfen wird. Darüber hinaus versuchen Verena und Nadine aktiv mit den Eltern zu arbeiten, damit sie besser auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen können. Das große Ziel der Therapeutinnen ist eine Veränderung des Blickwinkels der Eltern: Sie sollen ihre Kinder als aktiven Teil der Gesellschaft verstehen und nicht als Belastung.

Unsere Reisegruppe zu Besuch bei Samaritano. © NPH

Mit Sack und Pack im Kleinbus auf nach Honduras

Und wieder machten wir uns um fünf Uhr morgens auf den Weg; unser Ziel Honduras – bekannt durch das äußerst hohe Gewaltniveau vor Ort. Nach insgesamt zehn Stunden Autofahrt, zwei Stunden Warten beim Grenzübergang und einer Stunde für ein kräftigendes Mittagessen, kamen wir im NPH-Kinderdorf in Honduras an. Ein ausführlicher Bericht über unsere abenteuerliche Reise nach Honduras ist hier zu finden.

Auf Entdeckungsreise im Kinderdorf in Honduras

In Honduras verbrachten wir die meiste Zeit im Kinderdorf, denn bei 1.300 Hektar Fläche, 469 Kindern und unzähligen Bauten am Gelände, gab es viel zu sehen. Das Kinderdorf Rancho Santa Fe ist ca. eine Stunde von der Hauptstadt Tegucigalpa entfernt. Es wurde 1985 gegründet und besteht aus über 13 Wohnhäusern für Kinder, drei Häusern für Kinder mit Behinderung, einer internen und einer externen Klinik, einem Operationszentrum, einem Kindergarten, einer Volks- und Mittelschule, Lehrwerkstätten und einer riesigen Ranch für Landwirtschaft und Viehzucht.

Während unserer Zeit im Kinderdorf sahen wir, welche liebevolle Beziehung zwischen den BetreuerInnen und den Kindern besteht. © NPH

Besonders beeindruckt waren wir vom Holy Family Surgery Centre. Dort werden jährlich über 1.200 Operationen der verschiedensten Art durchgeführt. Zehnmal im Jahr kommen Chirurgenteams aus den USA, um Kinder aus dem Kinderdorf sowie Menschen aus der Umgebung zu operieren. Unterstützt wird das Zentrum von zwei US-amerikanischen Ärzten, die in den USA dafür auch Fundraising betreiben. Jährlich bringen sie rund 350.000 US-Dollar für den Betrieb des Zentrums auf.

Rundgang im Operationszentrum: Um über 1 Million US-Dollar wurde das Holy Family Surgery Centre erbaut. © NPH

Vom Tal der Engel und Honduras Hauptstadt Tegucigalpa

Einen Tag unseres Aufenthaltes in Honduras verbrachten wir in der Kleinstadt Valle de Àngeles, dem Tal der Engel. Der kleine, malerische Ort bietet neben einem wunderschönen Park und Picknickplätzen auch einen tollen Kunsthandwerks-Markt. Dort findet man eine große Auswahl an handgefertigten honduranischen Waren. Am meisten hat es uns dann aber doch zu den Pupusa-Ständen gezogen; einer südamerikanischen Spezialität. Das Rezept dazu gibt es unter http://www.chefkoch.de/rs/s0/pupusas/Rezepte.html

Zubereitung von Pupusas, einem Maisfladengericht, das entweder mit Käse und Zwiebeln oder mit Fleisch gefüllt ist.  © NPH

Auf dem Weg dorthin passierten wir Tegucigalpa, die Hauptstadt von Honduras. In Tegucigalpa leben 2,8 Millionen Menschen; es ist in barrios und colonias unterteilt. In den barrios lebt die arme Bevölkerungsschicht. Der größte Teil des Stadtrandes besteht aus sogenannten barrios marginales, Elendsvierteln, die von den Ärmsten der Armen bewohnt werden.

Ein typisches Haus in den barrios marginales. Da die Häuser in die sehr steilen Hänge rund um die Innenstadt gebaut wurden, müssen sie oft behelfsmäßig mit alten Autoreifen gestützt werden. Macht man das nicht, besteht die Gefahr, dass die Häuser abrutschen. © NPH

Wie helfen die NPH-Projekte in Tegucigalpa?

Dieser Frage gingen wir in den Hilfseinrichtungen Casa de los Angeles und Pasos Pequeñitos nach. Die Casa de los Angeles ist ein Zuhause für Kinder, die gesellschaftlich gesehen niemand haben will – Kinder mit Behinderung. Dort leben 14 bis 16 Kinder mit teilweise schwerster Behinderung. Die meisten Kinder leiden an der so genannten Zerebralparese, einer Bewegungsstörung, die durch eine frühkindliche Hirnschädigung entsteht. Die Kinder sind nicht nur geistig geschädigt, sondern können auch ihre Muskel nicht kontrollieren; diese sind so stark verkrampft, dass sich die Kinder kaum bewegen können und große Schmerzen haben.

Neun Betreuerinnen arbeiten sieben Tage die Woche und versorgen die insgesamt bis zu 16 Kinder. © NPH

Um die Kinder zu fördern und die schmerzhaften Muskelkrämpfe zu lockern, hilft Physiotherapie. Conni Starek ist eine österreichische Physiotherapeutin, die gerade ein Freiwilligenjahr im Kinderdorf macht. Einmal pro Woche besucht sie die Kinder der Casa de los Angeles und trainiert mit ihnen, um ihr Bewegungsausmaß zu erhöhen und ihre Schmerzen zu lindern.

Conni (links im Bild) mit ihrer Kollegin (rechts im Bild), die die Kinder auf dem Gebiet der Logopädie behandelt. © NPH

Pasos Pequeñitos ist …

… eine Kindertagesstätte, die allein erziehende Mütter unterstützt. In der Zeit, in der die Mütter arbeiten oder wieder zur Schule gehen, passen Rosalina, die Leiterin der KiTa und ihr Team auf bis zu 20 Burschen und Mädchen auf. Ab einem Alter von einem Jahr können Mütter, gegen einen geringen Unkostenbeitrag, ihre Kinder dort gut beaufsichtigt wissen. Das Ziel ist, dass die Mütter ihre berufliche und dadurch auch ihre finanzielle Situation verbessern können.

Pasos Pequeñitos besteht seit neun Jahren. Es bietet frühkindliche Erziehung, bis zu fünf Mahlzeiten pro Tag und das Wichtigste: einen sicheren Ort für Kinder. © NPH

Links im Bild: Rosalina, die Leiterin der KiTa und Vera (Mitte), die Mitbegründerin und treue Unterstützerin des Projektes. © NPH

Unser letzter Tag im Kinderdorf

Jede Reise hat ein Ende und so rückte auch unser Abschied aus Lateinamerika immer näher. Unseren letzten Tag im Kinderdorf wollten wir aber noch so richtig auskosten und das große Areal erforschen. Auf unserem Rundgang trafen wir Stefan Feuerstein, den Nationaldirektor von NPH Honduras.

Stefan Feuerstein, Nationaldirektor NPH Honduras. © NPH

Stefan ist Luxemburger, hat in London studiert und wollte eigentlich in die Fußstapfen seines Vaters treten – Investmentbanker war sein berufliches Ziel. Bei einem Volontariat bei NPH Honduras veränderte sich jedoch seine Perspektive im Leben. Seit 2008 ist er der Nationaldirektor von NPH Honduras.

Stimmen der PatInnen über die Kinderdorfreise

Für uns vom NPH Österreich-Team war die Reise ein einmaliges Erlebnis, denn wir konnten österreichischen sowie deutschen PatInnen und SpenderInnen die Projekte zeigen, die sie schon so lange unterstützten. Wir möchten unser herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer der Reise richten, denn so eine tolle Reisegruppe gibt es wahrscheinlich nur selten!

Eine tolle Reisegruppe aus österreichischen und deutschen PatInnen/SpenderInnen und dem Kamera-/Moderatoren-Team von LatinoTV. © NPH

Natürlich hat uns auch das Feedback der PatInnen und SpenderInnen interessiert. Auf die Frage „Was hat dir an der Reise gefallen?“ antworteten sie:

  • „Die vielen unterschiedlichsten Eindrücke, die ich in der kurzen Zeit in den Kinderdörfern erleben konnte.“
  • „Interessante Menschen (Freiwillige, Koordinatoren, Teilnehmer); sehr guter Einblick in das Leben der Kinder und die Projekte; Patenkind kennen gelernt; tolle Ausflüge“
  • „Der Kontakt zu den Kindern und ihre überwiegend offene, positive Art.
  • „Begeisterung und Liebe des NPH-Personals in den NPH-Einrichtungen.“
  • „Die Eindrücke über das Leben der Menschen in dieser Region.“
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