Maribel: Träume werden wahr

Die 19-jährige Maribel feiert heuer zum letzten Mal Weihnachten im bolivianischen NPH-Kinderdorf, wo sie seit 2005 lebt. Jetzt schaut sie voller Zuversicht auf das bevorstehende Studium und ihre Zukunft.

Als Maribel noch ganz klein war, lebte sie mit ihrer Familie im Ort La Angostura, rund 46 Kilometer südlich der Stadt Santa Cruz im Osten des Landes. Ihre Mutter starb nur einige Monate nach ihrer Geburt, ihr Vater war oft nicht da, weil er Geld verdienen musste.

Ich erinnere mich nicht sehr gut an mein Leben vor NPH, aber ich erinnere mich daran, dass ich nur mit meinem Bruder zu Hause war, während mein Vater zum Arbeiten weg war,“ erinnert sich Maribel. „Manchmal übernachtete mein Bruder bei Freunden, dann war ich ganz alleine.“

Ein kleines Mädchen kommt ins Kinderdorf

Noch vor ihrem fünften Geburtstag fiel die Entscheidung, dass sie und ihr Bruder wohl in der Obhut von NPH besser aufgehoben sein würden. Aber die Umstellung fiel dem kleinen Mädchen nicht leicht, besonders in den ersten Wochen. „Es war schwer für mich, ins Kinderdorf zu ziehen. Ich wollte meine Familie nicht verlassen“, erklärt sie. „Ich war sehr schüchtern damals. Ich kannte niemanden und hatte auch noch keine Freunde.”

Maribel aus Bolivien
Maribel als (fast) 5jähriges Mädchen, als sie 2005 in unser Kinderdorf nach Bolivien kam.

Ihr erstes Jahr im NPH-Kinderdorf Casa Padre Wasson in Bolivien verging schnell, und schon bald fühlte sich Maribel wohl in ihrer neuen Familie von über 100 Kindern. Sie ging mehr aus sich heraus und fand Freunde unter den Kindern. Besonders schön fand sie damals die vielen Aktivitäten und die Geburtstagsfeiern der Mädchen und Buben.

Maribel hat ihre Chance ergriffen

Heute, 15 Jahre später, blickt Maribel dankbar auf die Jahre bei NPH zurück. Sie weiß: Sie hat die Chance ergriffen, ihr eigenes Leben und das ihrer Familie zum Positiven zu verändern.

Ganz besonders schön findet Maribel das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der NPH-Familie. Und das spürt man besonders in der Weihnachtszeit. Die Feiern am Weihnachtstag fangen damit an, dass jedes Kind sein Geschenk erhält. Abends führen die jüngeren Kinder für das gesamte Kinderdorf ein Krippenspiel auf. Danach gibt es ein besonders tolles Abendessen für alle, bevor das Tanzen beginnt.

Maribel weiß, wie sich die kleinen Kinder im Kinderdorf fühlen.

Ein besonderes Festmahl zu Weihnachten

Ich freue mich immer besonders auf das Festmahl. Wir sitzen dann wie eine große Familie zusammen und freuen uns an diesem Festtag über den toll gedeckten Tisch“, sagt Maribel. „Wir sind alle Brüder und Schwestern, alle sind fröhlich und haben Spaß.“

Maribel mit ihrem Papa :-)

Maribel ist es wichtig, den Kontakt mit ihrer Herkunftsfamilie und besonders mit ihrem Vater, zu pflegen. Wenn sie einen festen Arbeitsplatz hat, will sie ihn mit auf Reisen nehmen.

Weihnachten kommt und geht auch leider schnell wieder vorbei – genauso wie Silvester. Das Jahr 2021 rückt mit großen Schritten näher und damit auch das Ende von Maribels Freiwilligem Jahr bei NPH. Üblicherweise bleiben die Kinder, die bei NPH aufgewachsen sind, ein Jahr als freiwillige Helferin oder freiwilliger Helfer im Kinderdorf. Damit geben sie der Gemeinschaft etwas von dem zurück, das sie all die Jahre erhalten haben. Maribel teilte ihr Freiwilliges Jahr auf zwischen Tätigkeiten im Lager sowie der Betreuung der kleinsten NPH-Kinder.

Bald schlägt Maribel ein neues Kapitel in ihrem Leben auf

Und während sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Maribel möchte in Santa Cruz die Universität besuchen und entweder Buchhaltung oder Architektur studieren. Sie freut sich schon darauf, ihre Familie und Freunde öfter zu sehen, die in der Nähe der Stadt leben. Sie wird ein neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen.

Maribel bei der Zeugnisvergabe: ein große Moment

In den nächsten Jahren werde ich hoffentlich einen guten Universitätsabschluss schaffen, eine Arbeit finden und dann möchte ich reisen und die Welt entdecken“, sagt Maribel. Sie dankt all denen, die sie auf ihrem Weg unterstützt haben – ihre Herkunftsfamilie ebenso wie ihrer NPH-Familie. „Bei NPH sind wir vereint als eine große Familie. Jeder kann seine Hoffnungen und Träume verwirklichen“, schließt sie und wünscht allen Spenderinnen und Spendern ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Die Namen der Kinder wurden geändert, um ihre Identität zu schützen.

Jetzt Kinderpate werden.

In diesem Jahr ist Ihre Unterstützung besonders wertvoll. Denn: Der Umgang mit der Coronapandemie hat die NPH-Familie vor viele neue Herausforderungen gestellt.

Wir bitten Sie deshalb, unsere Mädchen und Buben zu unterstützen, damit Kinder wie Maribel die Hilfe bekommen, die sie brauchen.