NPH Haiti, St. Damien, Armani, NPH Österreich

Gerade noch einmal gut gegangen – Armani kommt zur Welt

Es ist gerade noch einmal gut gegangen: Der Notkaiserschnitt und die Darm-Operation in unserem Kinderkrankenhaus St. Damien in Haiti haben dem kleinen Armani das Leben gerettet. Seine Mutter Erika liegt auf der chirurgischen Station. Die Geburt war schmerzhaft, sie ist erschöpft, körperlich und emotional. Eine Krankenschwester kommt regelmäßig vorbei und spricht ihr gut zu. Sie weiß: Der Zustand ihres Babys ist kritisch. 

Erika lebt im Stadtteil Canaan, rund 18 Kilometer nördlich von Port-au-Prince. Dort gibt es kein Wasser, keine Kanalisation, kaum Schulen und nur ein Krankenhaus.

Die Schwangerschaft der 28-Jährigen verlief normal. Erika ging arbeiten, verdiente sich ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf von Obst und Gemüse.

NPH Haiti_St.Damien_Premature Baby_NPH Österreich

Gesundheit für die Ärmsten

Zum Arzt ging sie erst, als sich ihr Unwohlsein von Tag zu Tag verstärkte. Er riet ihr, sofort ins St. Damien Kinderkrankenhaus zu gehen. Irgendetwas stimmte mit dem Baby nicht.

Im St. Damien erkannten die Ärzte, dass sich der Darm des ungeborenen Jungen nicht richtig entwickelt hatte. Die Anomalie war lebensgefährlich. In der Chirurgie kam der kleine Junge per Notkaiserschnitt auf die Welt – vier Wochen zu früh. Erika ist am Boden zerstört. Sie hat nicht damit gerechnet, dass ihr Kind in Gefahr ist. Dazu kommen die Schmerzen. Ihr steht noch eine zweite Operation bevor. Bis dahin wartet sie. Allein. Ärzte, Hebammen, Klinikpersonal – alle sind am Limit.

Armani – ein kleiner Kämpfer

Um Aramani kümmern sich die Krankenschwestern. Sie waren es, die dem Jungen den Namen gaben. Denn seine Mutter hatte noch nicht die Kraft, sich Gedanken zu machen. Der Name Armani stammt aus dem Persischen und bedeutet „Krieger“.

Von Schicksalen, wie dem von Erika und Armani, erfahren die Ärzte*innen jeden Tag. Dr. Osnel Louisma, Leiter der chirurgischen Abteilung im Kinderkrankenhaus, hofft, dass sich Mutter und Kind schnell erholen: „Sie sind auf dem Weg der Besserung. Wir werden tun, was wir können. Der kleine Armani soll leben.“

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Unser Kinderkrankenhaus wurde 2006 nahe der Hauptstad Port-au-Prince eröffnet. Es ist oft die einzige Hoffnung für Eltern mit kranken Kindern. Heute arbeiten dort über 500 haitianische Mitarbeiter*innen, die Notaufnahme ist rund um die Uhr geöffnet. Das Krankenhaust arbeitet nach westlichen Standards, es beherbergt – unter anderem – die einzige Kinderkrebsstation des Landes.

Die Geburts- und Neugeborenen-Station ist auf komplizierte Geburten, wie die von Armani, spezialisiert:

  • Es werden nur Mütter mit Risikoschwangerschaften oder komplizierten Verläufen aufgenommen.
  • Für die Behandlung bezahlen die Familien nur einen symbolischen Beitrag.
  • Jährlich kommen in St. Damien ca. 3.000 Kinder zur Welt, also etwa 250 pro Monat.
  • Einige der Mütter sind gerade einmal 14 Jahre alt.

Seit Jahren lebt die haitianische Bevölkerung in sozialer und wirtschaftlicher Not. Darunter leiden vor allem die Ärmsten der Armen. Viele Mütter, die nach St. Damien kommen, brauchen nicht nur Hilfe bei der Geburt. Sie sind mangelernährt, geschwächt und haben Infektionskrankheiten. Diese Krankheiten sind die Folgen der großen Armut. In unserem St. Damien Kinderkrankenhaus kümmert sich ein kompetentes Team um notbedürftige Menschen. Kinder und ihre Mütter bekommen wichtige medizinische Hilfe und sind in fürsorgenden Händen – von Anfang an.