Ein kleiner Mann mit grossem Herzen

Herson_auf_der_Schaukel2
Herson lebt seit einem Jahr im NPH-Kinderdorf in Honduras.

Der zehnjährige Herson hat im NPH-Kinderdorf in Honduras zum ersten Mal Weihnachten gefeiert. Er gehört zu einer Gruppe von 84 neuen Kindern, die letztes Jahr – kurz vor Weihnachten – bei NPH Honduras aufgenommen wurden. Wir haben mit Herson über seine Vergangenheit und sein neues Leben im Kinderdorf gesprochen. Herson kommt aus San Pedro Sula, der Stadt mit der höchsten Mordrate der Welt.

„Die Menschen töten einander. Ich durfte nicht einmal auf die Straße gehen, weil das zu gefährlich war“, so beschreibt der Bub sein ehemaliges Zuhause.

Endlich in Sicherheit

Das genaue Gegenteil ist der „Rancho“, wie das NPH-Kinderdorf in Honduras genannt wird. Während des Gesprächs schwingt Herson auf einer Schaukel auf dem Spielplatz. Um ihn herum liegen Wälder und Wiesen, Gemüsegärten und ein traumhafter Ausblick auf eine idyllische Hügellandschaft, soweit das Auge reicht. Hier spürt Herson zum ersten Mal Sicherheit.

Idyllisch: Der Ausblick vom Gelände des Kinderdorfes.
Idyllisch: Der Ausblick vom Gelände des Kinderdorfes.

Auf die Frage, was ihm bei NPH am meisten gefällt, muss Herson nicht lange überlegen:

„Weihnachten! Da habe ich neue Sachen zum Anziehen bekommen und wir durften den ganzen Tag lang spielen. Wir haben die Großeltern von Casa Eva besucht und unser Betreuer hat für jeden ein Überraschungsgeschenk im Spind versteckt!“

Die „Großeltern“, das sind die Bewohner der Casa Eva, dem Haus für ältere Menschen, das sich auf dem Gelände des Kinderdorfes befindet. Es ist eine Besonderheit von NPH Honduras. Dort werden alte und gebrechliche Menschen aufgenommen, die sonst niemanden haben. Für die Kinder sind sie mit der Zeit wie richtige Großeltern geworden.

Herson hilft den älteren Jungs, die Entwicklungsschwierigkeiten haben.
Herson hilft den älteren Jungs, die Entwicklungsschwierigkeiten haben.

Der Wunsch, anderen zu helfen

Dass Herson ein großes Herz hat, hat er schon oft während seiner kurzen Zeit im Kinderdorf bewiesen. Im Kinderdorf lebt der Bub mit einer Gruppe von Jugendlichen mit Entwicklungsstörung zusammen. Obwohl er selbst keine Schwierigkeiten hat, ist er gerne dort, um zu helfen.

„Ich passe auf die Jungs auf, helfe beim Putzen und bei der Gartenarbeit“, erzählt er stolz.

Ein Stückchen Kindheit

Herson hat im Kinderdorf seine Kindheit zurückbekommen. Erst im Kinderdorf hat er gelernt zu lesen.

„Ich lerne das Lesen erst jetzt. Es geht langsam, ich muss die Worte laut aussprechen, aber ich mag es“, erzählt Herson.

Nachmittags bekommt er Nachhilfe, um die Lücken in seiner Ausbildung zu schließen. Das ist alles nicht einfach für den Kleinen, aber Herson ist zielstrebig. Jetzt freut er sich aber erst einmal auf sein zweites Weihnachtsfest bei NPH.