St. Damien, Haiti, Malnutrition Programm 2017

“Die Zwillinge wären fast an Hunger gestorben.”

Gemeinsam mit den LifeSavern können es Gaston und Gaspa schaffen

Im NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien retten die LifeSavers jeden Tag Kinderleben. So auch das Leben der 16 Monate alten Zwillingsbrüder Gaston und Gaspa, die gemeinsam mit ihrer Großmutter nach St. Damien gekommen sind. Den Eltern der Buben war aufgefallen, dass ihre Kinder an Fieber, Durchfall und starken Husten litten – und das über mehrere Wochen hinweg. Gastons Beine waren außerdem geschwollen und Gaspa hat eine Zyste an der rechten Hand.

Die LifeSaver schenken der Familie wieder Hoffnung

Nach den ersten Untersuchungen im Kinderkrankenhaus steht schnell fest: Die kleinen Buben leiden an schwerer Unterernährung. Laut Definition der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, sind das Kinder, die weniger als 70% des  festgelegten Mediangewichts aufweisen.

Die Buben wurden sofort stationär in St. Damien aufgenommen. Es begann eine Zeit der intensiven Fütterung: Gaston und Gaspa erhielten zunächst eine spezielle, mit Vitaminen angereicherte Flüssignahrung, zusätzlich dazu therapeutische Milch.

Die Buben blieben im Krankenhaus und begannen, langsam an Gewicht zuzulegen. In dieser Phase der Gewichtszunahme erhielten sie weiterhin ihre therapeutische Milch und eine ebenfalls mit Vitaminen und lebenswichtigen Mineralien angereicherte Erdnussbutter.

Innerhalb von fünf Wochen erreichten die Zwillinge 80% des empfohlenen, mittleren Körpergewichts. Sollange, die Großmutter der Kinder, die mit ihnen ins Krankenhaus gekommen war, wich während der gesamten Behandlung nicht von ihrer Seite. Sie bestätigte, dass es den Buben innerhalb kurzer Zeit besser ging, die Schwellungen abnahmen und sie normal zu essen begannen – der kritische Zustand, mit dem sie ins Kinderkrankenhaus kamen, war bald überwunden.

“Ohne die Hilfe, die wir hier bekommen haben, wären die Zwillinge an Hunger gestorben.”
Sollange, die Großmutter von Gaston und Gaspa

St. Damien, Haiti, Malnutrition Programm 2017
Sollange und ihre Enkerl, Gaston und Gaspa

Leben gerettet: Gaston und Gaspa dürfen wieder nachhause

Sobald die Kinder, die in St. Damien behandelt werden, ein bestimmtes Körpergewicht erreichen, werden sie an das ambulante Zentrum des Krankenhauses überwiesen. Dort nehmen sie an einem 6-wöchigen, ambulanten Programm teil. Die kleinen Patientinnen und Patienten werden mit Lebensmittelpackungen, die aus einer Kombination aus getrockneter Milch, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert wurde, bestehen, um den Auswirkungen von Mangelernährung entgegen zu wirken. Auch Gaston und Gaspa wurden ambulant nachbetreut und kehrten dann mit ihrer Großmutter nachhause zurück. Die Zyste an Gaspas Hand wurde mittlerweile operiert.

Die Lebensbedingungen der Familie und der Zwillinge

Während dieser ganzen Wochen der Behandlung (insgesamt waren es drei Monate), war Sollange gezwungen, am Boden des Krankenhauses zu schlafen. Die Familie lebt in Delmas, einer Stadt in Port-au-Prince, von wo sie mindestens eine halbe Stunde braucht, um ins Krankenhaus zu kommen. Der Weg ist sehr beschwerlich, außerdem müsste Sollange ein Taptap nehmen und dafür fehlt ihr schlichtweg das Geld (Anm.: Taptaps sind privat geführte Taxi-Busse in Haiti. Die Reisen mit solchen Bussen gelten als gefährlich.). Die Eltern der Zwillinge haben noch zwei weitere Kinder, die – aufgrund der schwierigen Lebenssituation der Familie – in einem Waisenhaus in Port-au-Prince leben.

Wie geht es den Buben heute?

Aktuell geht es den Zwillingen gut, “auch wenn sie nicht immer genug zu essen bekommen“, so Sollange. Am liebsten essen die Buben Bananen, Reis und Bohnen :-)

Wir wünschen der Familie alles erdenklich Gute für die Zukunft!

Join the LifeSavers in unserem Kinderkrankenhaus St. Damien in Haiti!

Retten Sie Kinderleben – schnell und effektiv. Gemeinsam mit unserem medizinischen Team helfen Sie jährlich über 80.000 Kindern und Schwangeren in Haiti. Denn ohne unser Kinderkrankenhaus St. Damien wären sie ohne medizinische Versorgung. Für sie ist das Krankenhaus die einzige Anlaufstelle. Das Kinderkrankenhaus wird rein durch Spenden finanziert!

Das St. Damien Mangelernährungsprogramm

Fast 50 Prozent der Todesfälle von Kindern werden durch Unterernährung verursacht. Solange Kinder Hunger leiden, können sie nicht gesund sein. Sie sind anfälliger für Krankheiten, weil ihr Immunsystem geschwächt ist. In Lateinamerika sind neun Millionen Kinder von Unterernährung betroffen. Besonders schlimm ist es in Haiti. Jedes fünfte Kind ist dort unterernährt und für rund 100.000 Kinder ist die Situation lebensbedrohlich. Daher führt das NPH-Kinderkrankenhaus ein Mangelernährungsprogramm für gefährdete Kinder durch.