Viele Menschen wurden unter den Trümmern verloren

„Die Menschen sind mehr tot als lebendig.“ – Wie Sie jetzt den Menschen in Haiti helfen können

“Ich erinnere mich an den 12. Januar 2010 zurück, als ich zum ersten Mal in meinem Leben das Erdbeben im Kinderdorf St. Helene in Kenscoff gemeinsam mit meinen Geschwistern von NPH erlebte. Es war gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellen kann. Wir haben den Tod durchlebt.

Gestern bin ich in den Süden des Landes, genauer gesagt nach Les Cayes gefahren, mit viel Motivation, um den Opfern des Erdbebens zu helfen, aber auch mit einem Gefühl von Angst im Bauch angesichts der undurchschaubaren Unsicherheit, die in der Umgebung von Martissant und Fontamara herrscht.

Ehemaliges Kinderdorfkind Gehy Jean Noel erzählt über das Erdbeben
Géhy Jean Noel, ehemaliges Kinderdorfkind von NPH Haiti.

Ich wurde von anderen Menschen begleitet, die große Angst vor den Banditen hatten, die in diesen Gegenden leben. Aber als Missionare gingen wir dieses Risiko ein.

Das erste Hindernis war, dass unser Transportmittel, ein Krankenwagen, der für mehr Sicherheit sorgte und es uns außerdem ermöglichte, so schnell wie möglich voranzukommen, auf dem Weg liegen blieb. Allerdings taten wir das nötige, um weiter voranzukommen. Entlang der Straße, die von der Gemeinde Aquin nach Les Cayes führt, waren Barrikaden von Menschen errichtet worden, die um Unterstützung baten (Aquin, St.Louis du sud, Grandes und andere). Wir trafen viele Menschen, eine wirklich traurige und schreckliche Anzahl von Opfern, die das lebendige Abbild dieser unvorstellbaren Katastrophe verkörpern. Ich besuchte Stadtteile, in denen 80% der Häuser komplett zerstört waren oder Risse aufwiesen. Wir sahen viele Betroffene auf der Straße liegen, deren enorme Verzweiflung in den Augen zu sehen war.

80% der Häuser wurden im Bezirk Les Cayes komplett zerstört
80% der Häuser wurden im Bezirk Les Cayes komplett zerstört oder beschädigt.

Ich selbst habe einen Onkel unter den Trümmern verloren … Trotz aller Bemühungen, den Ort, an dem sich das Haus befand, zu räumen, wurde seine Leiche noch nicht gefunden. Er war ein guter Mensch und wurde von seiner Familie geliebt … Er hinterließ Trauer und Tränen, denn es ist nicht immer einfach zu akzeptieren, jemanden den man liebt, verloren zu haben. Gott in seiner Güte möge sich seiner Erbarmen und ihn an seiner Seite annehmen.

Viele Menschen wurden unter den Trümmern verloren
Viele Menschen wurden unter den Trümmern vergraben.

Wir brauchen den Menschen keine Fragen zu stellen, denn wir alle können ihr Leid in ihren Gesichtern erkennen. Die Not ist groß. Die Menschen brauchen dringend medizinische Versorgung, ein Dach über den Kopf, Brennholz, Hygieneartikel, Wasser und Lebensmittel.

Wir haben bereits Freiwillige vor Ort, die auf uns warten. Wir bringen unsere Hilfsgüter nach Les Cayes, helfen beim Wiederaufbau der Häuser mit, veranstalten Workshops und versuchen, den Erdbebenopfern Hoffnung zu geben. Wir brauchen Sie! Haiti braucht Ihre Hilfe! Helfen Sie mit, die Menschen wieder zum Lächeln zu bringen.“

Géhy Jean Noel, Ehemaliges Kind von NPH Haiti.

Bitte helfen Sie Kindern und ihren Familien, die beim Erdbeben alles verloren haben!