In Guatemala werden Familien aus den Gemeinden auch von NPH unterstützt.

Corona in Guatemala: Die Hoffnung vieler Menschen ruht auf NPH

In Lateinamerika, dem Brennpunkt der Corona-Pandemie, kämpfen die Menschen gegen das Virus. Die Situation in unseren Projektländern ist zusehends angespannt, besonders Mexiko und Peru sind hart getroffen.

Auch für Christina Rosana, ihre fünf Töchter und ihren Enkel in Guatemala-Stadt ist das Überleben unter der „neuen Corona-Normalität“ schwieriger geworden – noch schwieriger als sonst, denn die Armut hat stark zugenommen. Nur mit der Hilfe von NPH kommen sie durch die aktuelle Krise. „Ohne NPH wären wir vielleicht nicht mehr am Leben“, sagt sie.

Christina Rosana und ihre Töchter wurden besonders hart von der Corona-Krise getroffen.
Christina Rosana und ihre Töchter wurden besonders hart von der Corona-Krise getroffen.

Vom Kinderdorf zurück in die eigene Familie

Die alleinerziehende Christina Rosana weiß, dass NPH eine große Rolle in ihrem Leben spielt: 2014 waren Armut und Not der Familie so groß, dass ihre fünf Töchter ins NPH-Kinderdorf in Guatemala kamen. Christina Rosana besuchte die Mädchen regelmäßig und nach vier Jahren war klar: Die Mädchen wollen wieder bei ihrer Mutter sein.

Seitdem steht NPH der Familie regelmäßig mit Rat und Tat zur Seite: Wir achten auf die Gesundheit der Mädchen und der Mutter, schauen auf die Aufgaben und das Lernen für die Schule und sorgen dafür, dass alle satt werden.

Kein Einkommen mehr

Vor der Corona-Krise arbeitete Christina Rosana als Putzfrau, sie verdiente damit umgerechnet rund 15 Euro täglich. Nun wurde sie gekündigt, die Familie hat ihr Haupteinkommen verloren. Es ist kaum möglich geworden, Miete, Wasser und Strom ohne fixes Einkommen zu bezahlen. Deshalb verkaufen die Töchter Marisela, Marily, Marisabel, Marie und Marina jetzt Brennholz, Popcorn und den berühmten Snack Chicharrón aus frittiertem Schweinespeck in der Nachbarschaft. An guten Tagen kommen so 5 bis 6 Euro zusammen. Doch auch das ist viel zu wenig, um zu überleben …

Die Hilfe von NPH ist ein Segen für die Familie

Für uns ist klar: Wir stehen Christina Rosana und ihrer Familie auch in dieser schwierigen Zeit zur Seite; wir unterstützen die Familie mit Zuschüssen für die Miete, mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

Das Coronavirus betrifft jeden Bereich unseres Lebens. Im Moment überleben wir nur dank der Hilfe von NPH – ein wahrer Segen für uns“ sagt Christina Rosana und wischt sich verstohlen über die feuchten Augen.

Gerade in schwierigen Zeiten sind alle füreinander da!

Angst vor Ansteckung und Quarantäne

Zum Glück war keines der Mädchen in letzter Zeit krank – alle erfreuen sich guter Gesundheit, die Stimmung ist gut. Aber alle wissen, dass es nur ein paar Straßen weiter Corona-Infizierte gibt. Das macht ihnen Angst, denn eine Ansteckung würde die gesamte Familie in Gefahr bringen. Daher achtet die gesamte Familie penibel auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen.

Hygienemaßnahmen wie hier die Händedesinfektion sind überlebenswichtig und werden genauestens eingehalten.

Schöne Erinnerungen an Freunde und Erzieher*innen im NPH-Kinderdorf

Die Schwestern sind glücklich darüber, wieder mit ihrer Mutter und als Familie leben zu können. Das Corona-Virus hat sie noch enger zusammengebracht, sie fühlen sich sehr verbunden und stehen füreinander ein. So unterstützen sich die Schwestern gegenseitig beim Home-Schooling – jede lehrt der anderen das Fach, das sie selber am besten beherrscht.

Natürlich schwingt in allem auch etwas Wehmut mit. Die Mädchen denken gerne an ihr Leben im NPH-Kinderdorf Casa San Andres. Marisabel beschreibt ihre Gefühle: „Natürlich haben wir gute Erinnerungen an das Kinderdorf und unseren Erzieher Orlando. Ich hatte dort eine zweite Familie und ich habe wirklich gute Freunde gefunden. Manchmal würde ich gerne einfach dort mit ihnen spielen, einen Film sehen und lustig sein. Ich war gerne in der Casa San Andres, auch wenn ich meine Mutter vermisst habe.“

Marina lernt. Während der Pandemie helfen sich die Mädchen gegenseitig.

Auf der Suche nach einer besseren Unterkunft

Derzeit teilt sich die Familie einen kleinen Raum, wo sie schlafen, leben und essen. Zwei zusammen geschobene Betten und ein Schränkchen mit einem Fernsehgerät – mehr haben sie nicht. Im Eingangsbereich befindet sich eine Kochnische mit einem Gasherd für zwei Töpfe. Sanitäre Einrichtungen wie Waschbecken, Duschen und Toiletten teilen sie sich mit sechs anderen Familien, die im gleichen Gebäude leben. Eine Ansteckung mit dem Virus wäre jetzt fatal, viel zu viele Menschen leben hier auf engstem Raum. Das Virus würde die ganze Familie in Gefahr bringen. Deshalb suchen wir eine größere und sichere Unterkunft, die den Mädchen, dem kleinen Enkel und ihrer Mutter mehr Privatsphäre und Schutz in dieser gefährlichen Zeit bietet.

Noch dazu ist der Vorort der guatemaltekischen Hauptstadt, Santa Catharina Pinula, wo die Familie lebt, ein gefährliches Pflaster. Soziale Spannungen, Umweltverschmutzung, Gangs und Drogen gehören zum Alltag, die Frauen und Mädchen leben dort ohne Schutz.

Bitte helfen Sie uns, die Familie stark zu machen.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie Familien in dieser schwierigen Zeit.