Cholera in Haiti: Carolines und Paulines Leben am seidenen Faden

Niemand sollte erleben müssen, wie es ist, wenn das Leben der eigenen Kinder am seidenen Faden hängt. Doch genau das ist Alex aus Port-au-Prince in Haiti passiert. Seine beiden Töchter sind an Cholera erkrankt. Ohne schnelle Behandlung kann das einem Todesurteil gleich kommen.

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Paulines Körper war schon sehr geschwächt, als sie ins NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien kam.

 

Die elfjährige Caroline und ihre sechs Monate alte Schwester Pauline steckten sich durch verunreinigtes Wasser mit Cholera an. Aufgrund des starken Durchfalls und Erbrechens waren sie schon nach einem Tag völlig kraftlos und dehydriert. Ihr Vater Alex handelte sofort, denn er kennt das haitianische Sprichwort nur zu gut: „Wenn du Durchfall hast und dich übergeben musst, dann ist es Cholera.“ Von einer anderen Möglichkeit wird gar nicht erst ausgegangen.

 

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Dank der raschen Infusionen hat Caroline die Cholera überlebt.

 

Gerade rechtzeitig kamen die beiden Schwestern ins NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien. Ihre Gesichter waren eingefallen und ihre Augen eingesunken. Unsere Ärztinnen, Ärzte und das medizinische Personal behandelten die Kinder umgehend mit Infusionen und versorgten so die geschwächten Körper mit Flüssigkeit. Mit Antibiotika wurde der Durchfall bekämpft.

 

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Alex, Carolines und Paulines Vater: „Ich dachte, ich würde sie verlieren.“

 

Die beiden Mädchen hatten Glück: Schon am nächsten Tag fühlten sie sich deutlich besser. Nach nur vier Tagen konnte der besorge Familienvater seine Töchter wieder mit nach Hause nehmen.

 

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Nach ein paar Tagen huscht ein erstes Lächeln über Carolines Gesicht.

 

Unsere Choleraambulanz im NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien in Haiti

Die Regenzeit ist für viele Menschen in Lateinamerika ein Segen. Für akut von Armut betroffene Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser kann sie aber katastrophal sein. Denn bei jedem neuen Regenfall verbreitet sich die Cholera in Haiti rasch und infiziert in kürzester Zeit viele Menschen. Unser medizinisches Personal im NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien bereitet sich bei Regen auf eine Vielzahl neuer Cholera-Patientinnen und –Patienten vor.

Cholera trifft vor allem arme Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Dies erzeugt einen grausamen Armutskreislauf, wo Armut Krankheit begünstigt und Krankheit wiederum Armut verursacht. Allein schon das Benutzen von Geschirr, das mit verseuchtem Wasser gewaschen wurde, kann zu einer Ansteckung führen.

 

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Armut begünstigt Krankheiten wie Cholera.

 

Seit der Cholera-Epidemie nach dem Erdbeben im Jahr 2010 wurden in unserer Choleraambulanz im NPH-Kinderkrankenhaus St. Damien in Haiti über 41.000 Menschen erfolgreich behandelt – davon waren rund die Hälfte Kinder. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, führt die Behandlung mit Infusionen und Antibiotika bei 99 % der Erkrankten zur Heilung.

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Kein krankes Kind, das zu NPH kommt, soll weggeschickt werden müssen.

 

Aber nicht alle Kinder haben so viel Glück wie Caroline und Pauline. Viele Spitäler und Krankenstationen in Haiti verfügen nicht über die notwendigen Mittel, all ihre Patientinnen und Patienten zu versorgen. NPH ist auf Spenden angewiesen, um im Kinderkrankenhaus St. Damien die nötigen finanziellen und medizinischen Mittel vorrätig zu haben. Kein erkranktes Kind soll von NPH weggeschickt werden müssen.

Sie können uns helfen, Cholera in Haiti zu bekämpfen. Spenden Sie jetzt in unserem NPH-Spendenshop für lebensrettende Infusionen!