Endlich ist der Frühling da und es blüht wieder prächtig in den Gärten und auf den Feldern. Während wir in Österreich uns über die warme Jahreszeit freuen, dürfen die Kinder in den NPH-Kinderdörfern in Lateinamerika das ganze Jahr über milde Temperaturen genießen.

Bei NPH ist immer Gartenzeit.

Am kältesten in Peru

Das Klima in Lateinamerika ist nämlich nicht wie bei uns in vier Jahreszeiten aufgeteilt, sondern in Trocken- und Regenzeit. Richtig kalt wird es erst ab einer Höhe von 2.000 Metern über dem Meeresspiegel. Dort sinkt das Thermometer nachts bis zum Gefrierpunkt.

Im NPH-Kinderdorf in Peru wurden letztes Jahr 140 Obstbäume gepflanzt.

Im NPH-Kinderdorf in Peru wurden letztes Jahr 140 Obstbäume gepflanzt.

Die NPH-Kinderdörfer befinden sich in unterschiedlichen klimatischen Regionen. Die höchsten liegen in Guatemala auf 1.500 und in Haiti auf 1.600 Metern über dem Meeresspiegel. Die Temperaturen dort sind gemäßigt, mit Tageshöchstwerten zwischen 25 und 30 Grad. Etwas kühler wird es nur im NPH-Kinderdorf in Peru, wo das Thermometer im Winter – wenn bei uns Sommer ist – maximal 19 Grad erreicht.

Selbstversorgung und Nachhaltigkeit

Alle NPH-Kinderdörfer nützen die günstigen klimatischen Verhältnisse, um selbst Obst und Gemüse anzubauen. Das ist fast das ganze Jahr über möglich, da die Winter mild und kurz sind. Eigenanbau ist nicht nur gesund, sondern auch nachhaltig und spart Kosten. Die Kinder lieben das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten und helfen – je nach Alter – bei allen Arbeiten mit.

Im NPH-Kinderdorf in Bolivien bei der Reisernte.

Im NPH-Kinderdorf in Bolivien bei der Reisernte.

Musterschüler Bolivien

Das NPH-Kinderdorf in Bolivien ist relativ neu auf dem Gebiet der Landwirtschaft. Da die Wälder rund um das Kinderdorf riesigen Weideflächen weichen mussten, hat die natürliche Erosion zu einer flächendeckenden Bodenverarmung geführt.

Um dem entgegenzuwirken, hat NPH Bolivien 2012 ein Projekt zur Wiederaufforstung und einen eigenen Gemüsegarten gestartet. Heute wird neun Monate im Jahr gesät und geerntet und das auch noch in Bio-Qualität.

Exotische Früchte wie Mangos, hier zum Beispiel bei NPH Haiti im „Mangoland“ gedeihen in Lateinamerika prächtig.

Exotische Früchte wie Mangos, hier zum Beispiel bei NPH Haiti im „Mangoland“ gedeihen in Lateinamerika prächtig.

Von Ananas bis Zitrone

Von den Klassikern wie Orange, Mandarine und Zitrone über Exoten wie Mango, Papaya und Avocado bis hin zum so genannten Superfood Quinoa – die Liste der Obst- und Gemüsesorten in Lateinamerika ist lang. Quinoa können wir in den NPH-Kinderdörfern zwar nicht anbauen, da diese Pflanze erst ab einer Höhe von 2.000 Metern erfolgreich gedeiht. Dafür aber die Grundnahrungsmittel Reis, Mais und Kartoffeln. Diese sind vom Speiseplan der Lateinamerikaner nicht wegzudenken. Man denke an Reis mit Bohnen oder Maistortillas – diese zählen auch zu den Lieblingsspeisen der Kinder bei NPH.

Die eigene Nahrung säen und ernten – das lernen die Kinder in den NPH-Kinderdörfern in Lateinamerika.

Die eigene Nahrung säen und ernten – das lernen die Kinder in den NPH-Kinderdörfern in Lateinamerika.

Traditionelles Wissen in der modernen Zeit

Die Kinder bei NPH lernen durch die Mitarbeit in der Landwirtschaft fürs ganze Leben. Sie wissen, wie aus einem Samenkorn eine Pflanze wächst und die Frucht heranreift. Die Kinder sind hautnah dabei, wenn die Prozesse der Natur ihren Lauf nehmen und Nahrung entsteht. Sie lernen außerdem, was Nachhaltigkeit bedeutet und wie sie sich gesund ernähren.

Rote Bete ohne chemische Pestizide – das schmeckt gleich viel besser.

Rote Bete ohne chemische Pestizide – das schmeckt gleich viel besser.

Bio-Qualität aus dem eigenen Garten

Bei NPH wird großer Wert auf Bio-Qualität der Obst- und Gemüsegärten gelegt. Deshalb wird Tiermist als Dünger verwendet und die Pestizide werden aus natürlichen Mitteln – ohne Chemie – hergestellt. Da schmeckt das Obst und Gemüse gleich viel besser. Mülltrennung und Recycling werden bei NPH ebenfalls groß geschrieben.

Bei der Mitarbeit im Garten lernen die Kinder viel Nützliches.

Bei der Mitarbeit im Garten lernen die Kinder viel Nützliches.

Einen lustigen Einblick in die Landwirtschaft von NPH verschafft dieses Video aus Honduras:

Neben dem Anbau von Obst und Gemüse halten einige NPH-Kinderdörfer auch eigene Tiere, wie zum Beispiel Hühner. Wollen Sie zur gesunden Ernährung der Kinder beitragen? Spenden Sie Küken!