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Antonio will lernen

Antonio will lernen. Antonio kann lernen

In Esmeraldas, einer Hafenstadt in Ecuador, die etwa so groß ist wie Salzburg, lebt der 18-jährige Antonio mit seiner Familie. Antonio konnte während der Corona-Pandemie nicht in die Schule gehen, denn die Schulen in ganz Ecuador (und auch anderen Ländern Lateinamerikas) hatten geschlossen, alle Kinder mussten zuhause bleiben. Gottseidank hat er engagierte Lehrer*innen, die ihm das Unterrichtsmaterial nach Hause brachten; so konnte er viele Aufgaben selbstständig erledigen.

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Corona vernichtet Arbeitsplätze – und Kinderträume

Jetzt, wo die Schulen wieder geöffnet sind, kommen viele wieder zurück, doch die ärmsten Familien haben einfach zu wenig Geld, um sich den Schulbesuch für ihre Kinder leisten zu können – die Arbeitslosigkeit ist infolge von Corona hoch. Über 1.000 Kinder (!) sind nach dem Ende der Pandemie nicht mehr in die Schule zurückgekehrt.

So auch Antonio: Wenn er nun die wieder geöffnete Schule besuchen will, geht das nur mit einem Stipendium – einer monatlichen finanziellen Zuwendung für seine Schulbücher, Hefte, Stifte, Schuluniform, für den Bus und für Mahlzeiten. Denn seine Familie ist arm.

Antonios Familie hatte nach einem schweren Erdbeben 2016 alles verloren. Durch staatliche Hilfe konnten sie aber bald in ein kleines Haus einziehen und hatten ein Dach über dem Kopf. Antonios Vater eröffnete direkt neben dem Haus einen kleinen Kiosk, in dem er Snacks, Süßigkeiten und Getränke verkaufte. So konnte sich die Familie über Wasser halten. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Vater das kleine Geschäft jedoch wieder schließen. Der Verlust der Arbeit macht der fünfköpfigen Familie schwer zu schaffen, eine neue Arbeit zu finden ist keine leichte Aufgabe.

Esmeraldas: Schule statt Straße

In Esmeraldas betreibt unser Kooperationspartner Jugend Eine Welt das Programm „Schule statt Straße“. Hier werden Mädchen und Buben, die sonst keine Chance auf eine Schulausbildung hätten, mit Stipendien gefördert.  In der von Salesianern geführte Berufsschule San Rafael, einem technischen Kolleg, werden Informatik, Elektronik und Maschinenbau unterrichtet.

NPH Ecuador Schule statt Straße Computerraum
NPH Ecuador Schule statt Straße Schulgebäude
NPH Ecuador Schule statt Straße Übungsplatz

Eine Chance für Antonio

Antonio hatte Glück: Er erhält nun ein Stipendium und kann die Schule wieder besuchen. Schon bald macht Antonio seinen Schulabschluss, danach möchte er im Kolleg Informatik studieren. Er erzählt, dass er sich in der Schule sehr wohl fühlt, es eine gute Schule ist und es dort tolle Lehrer*innen gibt.

Bitte helfen Sie uns!

Mit 31 Euro (1 Euro pro Tag) bringen wir ein Kind für einen Monat in die Schule zurück.

Gut zu wissen!

Ecuador: Dreimal so groß wie Österreich

Die Republik Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas, zwischen Kolumbien und Peru. Mit ihren 256.370 km2 ist sie rund dreimal so groß wie Österreich und gliedert sich in 24 Provinzen. Ecuador hat ca. 17,6 Mio. Einwohner*innen, das sind etwa zweimal so viele wie in Österreich.

Esmeraldas: Drei Viertel leben in Armut

Die meisten Kinder besuchen nur eine Grundschule (vergleichbar mit unserer Volksschule), Kinderarbeit ist verbreitet. Im Norden des Landes, an der Pazifikküste, liegt die Hafenstadt Esmeraldas, hier leben viele Nachfahren afrikanischer Sklaven. Drei Viertel der dortigen Bevölkerung leben in Armut, 40 % sogar in extremer Armut. Hier wohnt auch Antonio mit seiner Familie.