Mit Hilfe von Sebastian Pfleiderer soll die Trinkwasserversorgung von NPH Haiti verbessert werden.
Mit Hilfe von Sebastian Pfleiderer soll die Trinkwasserversorgung von NPH Haiti verbessert werden.

Hydrogeologe Sebastian Pfleiderer, Mitarbeiter der Geologischen Bundesanstalt in Wien, wird überprüfen, ob auf dem Gelände des NPH-Kinderdorfs in Haiti ein Brunnen für die Trinkwasserversorgung gebohrt werden kann.
Wien/Kenscoff, 19.12.2012 – Die Wasserversorgung des Kinderdorfs von NPH (Nuestros Pequeños Hermanos) in Haiti ist alles andere als zufriedenstellend. Das Kinderdorf liegt in Kenscoff, 40 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Port-au-Prince, auf 1.600 Metern Höhe im Bergland. Täglich müssen rund 14.000 Liter Wasser mit einem Lastwagen über unwegsames Gelände angeliefert werden. Vor allem nach Hangrutschungen, die die Zufahrtswege verlegen, ist die Gefahr groß, dass die Wasserversorgung für die mehr als 400 Kinder, die im Kinderdorf leben, nicht ausreichend gewährleistet werden kann. Aus diesem Grund reist Sebastian Pfleiderer Ende Dezember ins Kinderdorf nach Haiti, um zu überprüfen, ob auf dem Gelände ein Brunnen zur Trinkwasserversorgung gebohrt werden kann. Pfleiderer stellt seine Expertise für NPH kostenlos zur Verfügung und wurde dafür von der Geologischen Bundesanstalt (GBA) für einen Monat freigestellt.

Expertise für die gute Sache

Dr. Sebastian Pfleiderer (49), der in Frankreich, Deutschland und Kanada Geologie studiert hat, ist seit 1994 für die GBA in Wien tätig. Der Hydrogeologe war bereits für Hilfsprojekte in Kenia, Tansania und Mozambique im Einsatz und bricht Ende Dezember für NPH zum ersten Mal nach Haiti auf. Dort wird er das Gelände des NPH-Kinderdorfs untersuchen, um festzustellen, ob, in welcher Tiefe und Menge an welchem Standort Grundwasser angetroffen werden kann. „Grundsätzlich kann überall ein Brunnen gebohrt werden. Wenn man die Grundwasserverhältnisse kennt, ist es eine Frage der Kapazität der Bohrfirma, der Kosten, des Zugangs zum Grundstück und der Entfernung zum Endnutzer“, so Pfleiderer.

Gute Chancen, auf Wasser zu stoßen

Mühsames Wasser heranschleppen ist dann nicht mehr notwendig.
Mühsames Wasser heranschleppen ist dann nicht mehr notwendig.

Die Umgebung um das Kinderdorf ist eine Karstlandschaft, was zum einen von Nachteil ist, da gerade in dieser Situation aufgrund der unregelmäßigen Struktur und der unterirdischen Fließwege Hydrogeologen schwer Vorhersagen treffen können. Andererseits sind Karstgesteine aber auch oft sehr ergiebig, man denke zum Beispiel an die Wasserversorgung Wiens, die ebenfalls mit Wasser aus einer Karstlandschaft gewährleistet wird.

Nach seiner Rückkehr aus Haiti und der Auswertung der gesammelten Daten wird Pfleiderer konkretes über den Brunnenbau in unserem Kinderdorf sagen können und steht für persönliche Interviews (sebastian.pfleiderer@geologie.ac.at) zur Verfügung.

 

 

 

 

Rückfragehinweis:
Geologische Bundesanstalt (GBA):
Dr. Sebastian Pfleiderer,
E-Mail: Sebastian.Pfleiderer@geologie.ac.at