Presseinterview: Ergotherapeutin Maria aus Niederösterreich schenkt Kindern in Lateinamerika Hoffnung

Wien, 21. Juni 2018 … Die gebürtige Niederösterreicherin Maria Hanzal arbeitet seit Jänner 2017 als ehrenamtliche Ergotherapeutin im NPH-Kinderdorf in Honduras. Die 26-Jährige kümmert sich derzeit mit vollem Einsatz um acht neue Kinder mit Behinderung. Die Regierung in Honduras hat das Heim für behinderte Kinder, in dem die acht Buben und Mädchen bis vor kurzem gelebt haben, geschlossen.

Maria Hanzal aus Niederösterreich hilft als Ergotherapeutin Kindern in Not in Lateinamerika.
Maria Hanzal aus Niederösterreich hilft als Ergotherapeutin Kindern in Not in Lateinamerika. (c) NPH

1. Maria, du bist ausgebildete Ergotherapeutin. Was macht man eigentlich als Ergotherapeutin?

Ich habe im Juli 2016 mein Studium als Ergotherapeutin abgeschlossen. Die Ergotherapie behandelt Menschen, die aufgrund verschiedenster Gründe Probleme haben, alltägliche Handgriffe auszuführen. Wir sind Spezialistinnen bzw. Spezialisten darin, zu analysieren, wie die Person diese Handgriffe in Zukunft ausführen kann. Dabei kann ich an den Fähigkeiten der Person arbeiten, die Umwelt anpassen oder die Handlung verändern.

2. Du hast dich für ein Volontariat bei NPH entschieden. Warum?

Im Unterschied zu anderen NGOs ist es bei NPH sehr wichtig, Teil der großen Familie zu sein. Hier sollst du jeden Abend zu denselben Kindern gehen und sie ein Jahr lang begleiten. Es gibt viele Aktivitäten, die die große Familie zusammenkommen lässt. Außerdem ist NPH eine der wenigen NGOs, die Volontärinnen und Volontären Kost und Logis bieten können. Ich muss sagen, dass ich mit dem Volontärsprogramm sehr zufrieden bin. Es gibt für alles einen Plan, ich fühle mich nie verloren. So eine Struktur gibt es bei anderen NGOs nicht.

3. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

  • Zwei Tage in der Woche behandle ich Kinder in der Schule in Einzeltherapie. Hier geht es um die Partizipation der Kinder im Unterricht sowie um die Verbesserung ihrer Konzentrationsfähigkeit, ihrer Grafomotorik (Schreiben), ihrer Feinmotorik und ihrer visuellen Wahrnehmung (von der Tafel abschreiben).
  • Einen Tag in der Woche verbringe ich mit Kindern, die sehr starke Einschränkungen haben. Therapieinhalte sind die Partizipation im Alltag, Selbstständigkeit beim Essen, Erhaltung der Sensibilität, Förderung der Interaktion mit anderen Kindern, Förderung des Spiels, Erhaltung der Mobilität der Gelenke und Stimulation.
  • Drei Nachmittage in der Woche mache ich mit meiner Kollegin aus Chile eine Interaktionsgruppe mit jüngeren Kindern, die Verhaltensauffälligkeiten Zuhause und in der Schule zeigen. Hier geht es darum, die eigenen Emotionen zu spüren, wahrzunehmen und auszudrücken. Die Kinder lernen, mit Aggressionen umzugehen, in der Gruppe zusammen zu arbeiten und selbstständig zu handeln.

4. Du arbeitest ja mit Menschen mit Behinderung. Was bestärkt dich bzw. gibt dir Motivation?

Das Schönste an meiner Arbeit mit Kindern mit oder ohne Behinderung ist die Beziehung und das Vertrauen, die ineinander aufgebaut werden. Bisher habe ich so viele wunderschöne Beziehungen mit meinen Therapiekindern, aber auch den Kindern in meinem „Hogar“, aufgebaut.

Maria Hanzal mit zwei "ihrer" Jugendlichen, die sie betreut.
Maria Hanzal mit zwei „ihrer“ Jugendlichen, die sie betreut. (c) NPH

Ich habe mein Volontariat um ein Jahr verlängert. Ich werde also insgesamt zwei Jahre hier sein. Es ist ein riesengroßer Bedarf an Therapie hier im Kinderdorf. Das ist sehr motivierend, auch wenn es manchmal überfordernd sein kann. Ich will meine Erfahrung, die ich in meinem ersten Jahr gesammelt habe, jetzt im zweiten Jahr nutzen, um meine Therapie noch effektiver zu gestalten. Und ein großer Grund für die Verlängerung ist auch, dass ich mich nicht von meiner Zweitfamilie trennen kann.

5. Seit wenigen Wochen leben acht neue Kinder mit Behinderung im Kinderdorf. Was kannst du über sie erzählen?

Maria mit Liliana. Sie sagt „Cariño“ (dt. Schatz, Herzchen) zu ihr.
Maria mit Liliana. (c) NPH

Als die Kleinen im NPH-Kinderdorf in Honduras ankamen, haben wir gemeinsam mit dem Arzt und der Physiotherapeutin alle untersucht. Diese Untersuchung hat uns erst ermöglicht, die Kinder besser kennenzulernen. Davor kannten wir weder ihre Krankengeschichte, ihr Geburtsdatum noch ihren Namen. Wir bekamen leider keinerlei Unterlagen vom staatlichen Heim, in dem die Kinder bisher lebten. Unsere einzige Informationsquelle war ein neunjähriges Mädchen. Trotz ihrer Sehbehinderung ist sie intellektuell hoch entwickelt und kann im Gegensatz zu den anderen Kindern sprechen.

6. Wie sieht die Therapie derzeit aus? (Fotogalerie der Kinder)

Im Moment liegt der Fokus zum Beispiel am Lernen alleine zu essen, sich anzuziehen und die Inklusion in die Schule. Ergotherapeutische Maßnahmen sind die Beratung von Erzieherinnen und Erziehern, die Verbesserung von feinmotorischen Fähigkeiten, die Verbesserung der Koordination und das unmittelbare Training von Alltagsaktivitäten.

7. Was brauchen die Kinder?

Sie brauchen vor allem Therapiestunden. Hier kommen zusätzlich zu den Kosten der Therapiestunden auch Kosten für Materialen auf uns zu. Zum Beispiel brauchen wir einen speziellen Flaschenöffner für eine Arthritis-Patientin, dort einen adaptierten Löffel, hier eine Griffverdickung. Wir brauchen eigentlich ständig etwas und wir brauchen mehr Personal!

 

Video und Foto-Material:

1. Video der acht neuen Kinder in Honduras
2. Video des NPH-Kinderdorfs in Honduras
3. Fotomaterial Maria Hanzal und acht neue Kinder

 

Über NPH Österreich: 

Das internationale Kinderhilfswerk NPH (Nuestros Pequeños Hermanos, dt. Unsere kleinen Brüder und Schwestern) sorgt für Waisen und in Not geratene Kinder in neun Ländern Lateinamerikas. Seit der Gründung 1954 sind mehr als 18.000 Kinder in den NPH-Kinderdörfern aufgewachsen. Spenden, Patenschaften und Testamentsspenden sichern ihre Betreuung und Ausbildung. NPH Österreich ist mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet, Spenden sind von der Steuer absetzbar.
Spendenkonto: Erste Bank, IBAN: AT85 2011 1822 4309 5500, BIC: GIBAATWWXXX
Online-Spendenshop: www.nph.at/spendenshop/inklusion-therapiestunde-fuer-kinder-mit-behinderung/

Rückfragehinweis:

Mag. Marlene Binder | Digital Manager
NPH Österreich – Hilfe für Waisenkinder
Zollergasse 37/5 | 1070 Wien
Telefon: +43 1 526 0220-13
marlene.binder@nph.at | www.nph.at[/vc_column_text]

Physio-, Ergo- bzw. Kunsttherapie für Kinder mit Behinderung

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Beschreibung

Damit Kinder mit Behinderung ihr Potenzial entfalten können.

In Lateinamerika haben es Kinder mit Behinderung besonders schwer: Sie werden oft versteckt. Therapie bekommen die Kinder in den seltensten Fällen, da den Familien das Geld fehlt. Besonders oft werden Kinder mit Behinderungen in arme Familien hinein geboren. Warum? Weil die Mütter oft selbst mangelernährt sind und kein Geld haben, zum Arzt zu gehen.

Wir von NPH wollen diesen Kindern die Zuwendung und Therapie geben, die sie brauchen, um grundlegende Handgriffe wie Essen, Trinken oder Zähne putzen selbst erledigen zu können. Gut ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten (Physio-, Ergo-, Kunst-Therapie) in unseren Projekten helfen den Kindern mit Behinderung, den Alltag zu bewältigen und sich ihrer Umwelt besser mitzuteilen. Mit den regelmäßigen Therapiestunden sehen und spüren die Kinder schon bald erste Erfolge.

Mit Ihrer Spende schenken Sie einem Kind die Möglichkeit, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und selbstbestimmt zu leben: Mit 30 Euro schenken Sie einem Kind zwei Wochenlang Therapiestunden, mit 60 Euro einen Monat lang.

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Höhe

30,-, 60,-

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