Nachhaltigkeit als Lösung der Ernährungskrise?

Nachhaltigkeit als Lösung der Ernährungskrise?

Jedes Mal wenn ein Satz dieser Länge zu Ende gelesen wird, ist ein Kind an Hunger gestorben. Jeden Tag und alle fünf Sekunden. Das sind die tragischen Folgen von Hunger und Unterernährung.
Nahrungsmittelspekulation und steigende Lebensmittelpreise, Klimawandel und Ernteausfälle, ungerechte Verteilung und Politik – all dies sind Ursachen für den Hunger von fast einer Milliarde Menschen auf unserem Planeten.

Die Ärmsten der Armen sind am stärksten von der Ernährungskrise betroffen.
Die Ärmsten der Armen sind am stärksten von der Ernährungskrise betroffen.

Warum Nachhaltigkeit so wichtig ist

Das Thema des diesjährigen Welternährungstages am 18. Oktober war Nachhaltigkeit – bezogen auf Nahrungsmittelsysteme, Nahrungssicherheit und Ernährung. Da gibt es viele Facetten: Nachhaltigkeit beginnt schon bei der Produktion der Nahrung, geht über den Transport bis hin zur Nahrungsaufnahme. Das bedeutet, dass schon auf dem Feld oder bei der Viehzucht darauf geachtet werden muss, dass Ressourcen möglichst schonend und natürlich genutzt werden. Eine ökologische Landwirtschaft schont nicht nur die Umwelt, sondern erhält diese auch für zukünftige Generationen. Leider funktioniert das mit der Nachhaltigkeit noch immer nicht so wie es zu wünschen wäre, denn 60 % des weltweiten Ökosystems werden nicht nachhaltig genutzt, was eine Bedrohung für die Nahrungsmittelsicherheit darstellt.

Nur eine nachhaltige Landwirtschaft erhält die Umwelt für viele Generationen.
Nur eine nachhaltige Landwirtschaft erhält die Umwelt für viele Generationen.

Nur ausgewogen ist gesund

Die Gesundheit von Menschen hängt unmittelbar mit ihrer Ernährung zusammen. Und gesunde Ernährung ist das Resultat gesunder Nahrungsmittelsysteme. Das bedeutet: Eine nachhaltige Landwirtschaft und die Bereitstellung von nahrhaften Lebensmitteln für alle, sodass eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien für alle Menschen gewährleistet ist. Mehr Grundnahrungsmittel zu produzieren ist ein erster Schritt, aber nicht die Lösung. Denn zu einer gesunden Ernährung gehört mehr als nur die Zufuhr von Grundnahrungsmitteln. Der Mensch – und insbesondere Kinder und Kranke – brauchen eine ausgewogene Mischung von Energie und Nährstoffen, eine Kombination aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und tierischen Produkten.

Die ausreichende Versorgung mit Vitaminen ist unentbehrlich für die Gesundheit.
Die ausreichende Versorgung mit Vitaminen ist unentbehrlich für die Gesundheit.

Wissen, was drin ist
Nicht zuletzt geht es auch darum, dass die Menschen wissen, was sie essen. Oft fehlt es – besonders in ärmeren Bevölkerungsschichten – an Wissen und an Möglichkeiten, sich ausgewogen zu ernähren. Nicht nur Bildung spielt dabei eine Rolle, die gesamte Infrastruktur ist entscheidend. Sind funktionierende Abwassersysteme vorhanden? Ist die Regierung daran interessiert, in Landwirtschaft zu investieren? Gibt es entsprechende Anreize? Angesichts einer Milliarde hungernder Menschen weltweit, muss die Frage nach einer Lösung der Ernährungskrise auch jeden weiteren Tag ganz oben auf der Agenda bleiben.

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